Öffentlich-rechtliche Sender vernachlässigen Wirtschaftsthemen in Talkshows laut INSM-Studie
Goran BolnbachÖffentlich-rechtliche Sender vernachlässigen Wirtschaftsthemen in Talkshows laut INSM-Studie
Ein neuer Bericht kritisiert die öffentlich-rechtlichen Sender Deutschlands dafür, in ihren Talkshows wirtschaftliche Themen zu vernachlässigen. Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), ein von der Wirtschaft unterstütztes Bündnis, wirft ARD und ZDF vor, in einer Phase des wirtschaftlichen Abschwungs zu wenige Vertreter aus der Wirtschaft einzubinden. Die Analyse zeigt einen deutlichen Rückgang der Wirtschaftsberichterstattung in den vergangenen zwei Jahren auf.
2025 widmete sich nur noch jede fünfte Talkshow der Wirtschaftspolitik – ein Rückgang gegenüber fast einem Drittel im Jahr 2023. Die INSM untersuchte Folgen aus den Jahren 2021 bis 2024 und stellte fest, dass hart aber fair wirtschaftliche Themen am häufigsten aufgriff: In 39 Prozent der Sendungen wurden sie behandelt. Dennoch kamen Vertreter aus der Wirtschaft nur selten zu Wort.
Die Gästelisten waren stark von Politikern (41 Prozent), Journalisten (27 Prozent) und Ökonomen (14 Prozent) dominiert. Unternehmer machten lediglich fünf Prozent der Teilnehmer aus, Vertreter von Wirtschaftsverbänden nur zwei Prozent. Zudem zeigte die Studie, dass in 32 Prozent der Sendungen mit wirtschaftlichem Schwerpunkt überhaupt keine Stimmen aus der Wirtschaft zu hören waren.
Am schlechtesten schnitt Maischberger ab: In 80 Prozent der wirtschaftsbezogenen Folgen fehlte jede unternehmerische Perspektive. INSM-Geschäftsführer Thorsten Alsleben kritisierte, die Sender kämen ihrer öffentlichen Aufgabe einer ausgewogenen Berichterstattung nicht nach. Er forderte sie auf, mehr Führungskräfte aus der Wirtschaft in die Diskussionen einzubinden, um die wirtschaftlichen Herausforderungen Deutschlands besser abzubilden und zu thematisieren.
Die Ergebnisse der INSM belegen einen klaren Rückgang der Wirtschaftsberichterstattung in den wichtigsten Talkformaten. Da wirtschaftliche Stimmen seltener zu Wort kommen, deutet der Bericht darauf hin, dass die öffentlich-rechtlichen Sender in einer wirtschaftlich kritischen Phase zentrale Perspektiven ausblenden. Die Forderung nach Reformen setzt ARD und ZDF nun unter Druck, ihre Gästeauswahl und Themenschwerpunkte anzupassen.






