24 February 2026, 23:33

Neuer Bischofsvorsitzender Wilmer: Reformer mit belasteter Vergangenheit

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines Mannes in Priesterrobe, der eine weiße Robe mit schwarzem Kragen und Manschetten und einen schwarzen Hut mit einer weißen Feder trägt, mit gefalteten Händen und einem ernsten Gesichtsausdruck.

Neuer Bischofsvorsitzender Wilmer: Reformer mit belasteter Vergangenheit

Bischof Heiner Wilmer aus Hildesheim ist zum neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt worden. Der 64-Jährige folgt auf Bischof Georg Bätzing aus Limburg, der die Organisation sechs Jahre lang geleitet hatte. Seine Ernennung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem seine eigene Vergangenheit im Umgang mit einem Fall sexueller Belästigung erneut in den Fokus rückt.

Wilmers Führungsrolle ist das Ergebnis jahrelangen engagierten Wirkens in gesellschaftspolitischen Debatten innerhalb der katholischen Kirche. Bekannt für seine Fähigkeit, reformerische und konservative Positionen auszubalancieren, gilt er in polarisierenden Diskussionen oft als vermittelnde Figur.

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Der fragliche Fall datiert aus seiner Zeit als Schulleiter eines katholischen Gymnasiums in der Emsland-Region. 2021 warf ihm eine ehemalige Schülerin vor, eine Beschwerde wegen sexueller Belästigung aus dem Jahr 2007 unzureichend behandelt zu haben. Der betroffene Lehrer soll die damals 15-jährige Schülerin zu Hause angerufen, ihr am Oberschenkel berührt und unangemessene Kommentare abgegeben haben. Die Vorwürfe kamen im Rahmen der kirchlichen Debatten über den Umgang mit sexualisierter Gewalt erneut auf.

Wilmer räumte später ein, in seiner Reaktion versagt zu haben. Er erklärte, dass er mit dem heutigen Verständnis eine Lehrerin oder Beraterin hinzugezogen hätte, um das Opfer zu unterstützen. Der Vorfall wirft Fragen nach Verantwortung und notwendigen Verfahrensänderungen in katholischen Einrichtungen auf.

Als neuer Vorsitzender übernimmt Wilmer eine Schlüsselfunktion in einer Phase, in der die Kirche weiterhin mit den Versäumnissen der Vergangenheit bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen ringt. Seine Wahl spiegelt sowohl seinen Einfluss in der Kirchenpolitik als auch den anhaltenden Reformbedarf wider. Der Fall aus seiner Vergangenheit bleibt ein Diskussionspunkt, während er die Führung übernimmt.