27 April 2026, 10:36

Minijobs als Sackgasse: Warum der Übergang in Vollzeit immer seltener gelingt

Liniengraphik, die die Beschäftigungsquote in den Vereinigten Staaten zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Minijobs als Sackgasse: Warum der Übergang in Vollzeit immer seltener gelingt

Die Kritik am deutschen Minijob-System hat zugenommen, nachdem neue Zahlen einen deutlichen Rückgang bei der Übernahme von Beschäftigten in Vollzeitstellen offenbarten. Während 2017 noch über 100.000 Menschen von geringfügigen Teilzeitbeschäftigungen in reguläre Arbeitsverhältnisse wechselten, hatte sich diese Zahl bis 2022 fast halbiert. Politiker verschiedener Parteien diskutieren nun darüber, warum das Modell versagt, die Langzeitarbeitslosigkeit zu verringern.

2017 waren es noch 102.084 Minijob-Beschäftigte, die in sozialversicherungspflichtige Stellen wechselten. Bis September 2022 hatten nur noch 50.831 diesen Schritt geschafft – hochgerechnet auf das gesamte Jahr wären es etwa 67.775. Besonders deutlich war der Rückgang bei Beziehern von Sozialleistungen: 2017 fanden noch 27,1 Prozent dieser Gruppe eine reguläre Anstellung, 2022 waren es nur noch 18,6 Prozent.

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Jan Feser, AfD-Abgeordneter im Bundestag, machte die Bundesagentur für Arbeit für die mangelnde Bekämpfung der Arbeitslosigkeit verantwortlich. Er argumentierte, Minijobs seien für viele zu einer Dauerlösung geworden und machten Beschäftigte anfällig für Ausbeutung. Die Agentur verwies hingegen auf die schwache Arbeitsmarktlage als Hauptgrund für die Entwicklung.

Hülya Düber, CSU-Politikerin, nannte eine andere Ursache: Das System biete zu wenig Anreize. "Arbeit lohnt sich für viele schlicht nicht", erklärte sie. Ihre Aussagen unterstreichen die Sorge, dass niedrige Löhne und die Ausgestaltung der Sozialleistungen Arbeitnehmer davon abhalten, eine Vollzeitstelle anzunehmen.

Die Debatte um Minijobs spiegelt grundlegende Probleme auf dem deutschen Arbeitsmarkt wider. Immer weniger Beschäftigte schaffen den Übergang in stabile Arbeitsverhältnisse, und die politischen Lager sind uneins über Lösungsansätze. Ohne Reformen bei Anreizen oder Unterstützungssystemen könnte sich der Trend sinkender Übergänge von Teilzeit- in Vollzeitjobs weiter fortsetzen.

Quelle