Merz und Klingbeil beim Krisengespräch: Wie die Koalition ihre Risse kitten will
Birte SchülerMerz und Klingbeil beim Krisengespräch: Wie die Koalition ihre Risse kitten will
Bundeskanzler Friedrich Merz traf sich am Mittwoch mit seinem Stellvertreter Lars Klingbeil in Niedersachsen. Das private Abendessen folgte auf Berichte über einen hitzigen Streit zwischen den beiden während einer jüngsten Koalitionssitzung. Beide Politiker nahmen später in öffentlichen Stellungnahmen zu den Spekulationen Stellung.
Die beiden Politiker kamen in Walsrode, dem Wahlkreis Klingbeils, zusammen, um über den Stand der Koalition und anstehende Reformen zu sprechen. Das Treffen fand statt, nachdem bekannt geworden war, dass es bei der letzten Sitzung des Koalitionsausschusses zu einer Auseinandersetzung gekommen sein soll.
Auf einer Bundespressekonferenz am Mittwochnachmittag räumte Klingbeil zwar Spannungen ein, relativierte deren Ausmaß jedoch. "Es ist auch in Ordnung, Dinge mit Leidenschaft zu diskutieren", bemerkte er und bestätigte damit indirekt die Berichte. Merz hingegen bestritt, dass es laute Wortgefechte gegeben habe.
Noch am selben Abend veröffentlichte das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung Fotos und Videos des Abendessens über die offiziellen Kanäle. Die Aufnahmen zeigten ein sachliches Gespräch zwischen den beiden Spitzenpolitikern.
Am Donnerstag wird Klingbeil Merz auf einem Besuch zum Truppenübungsplatz der Bundeswehr in Munster begleiten. Die Reise folgt auf ihre privaten Gespräche und signalisiert, dass die Arbeitsbeziehung trotz der vorherigen Meinungsverschiedenheiten fortgesetzt wird.
Das Treffen in Walsrode sollte dazu dienen, die Spannungen innerhalb der Koalition zu glätten. Beide Politiker richten ihren Fokus nun auf gemeinsame Termine, darunter den anstehenden Besuch bei Soldatinnen und Soldaten. Die offizielle Kommunikation deutet darauf hin, dass man bemüht ist, nach außen geschlossen aufzutreten.






