Lüneburger Bäckerei tauft Amerikaner in Grönländer um – und löst Debatte aus
Silvester SeipLüneburger Bäckerei-Idee: "Grönländer" statt "Amerikaner" - Lüneburger Bäckerei tauft Amerikaner in Grönländer um – und löst Debatte aus
Eine Bäckerei in Lüneburg sorgt bundesweit für Aufmerksamkeit, indem sie ein klassisches deutsches Gebäck umtauft. Aus dem Amerikaner – einem runden, zuckerglasierten Teilchen – wurde kurzerhand der Grönländer. Die Änderung, die am 18. Februar 2026 in Kraft trat, ist als humorvolle, aber pointierte politische Stellungnahme gedacht.
Die Idee stammt von Geschäftsführer Jannik Harms, der damit seine Solidarität mit Dänemark und Europa zum Ausdruck bringen wollte. Seit der Umbenennung reagieren die Kunden positiv, und die Verkaufszahlen sind gestiegen.
Der Amerikaner zählt seit langem zum Standardangebot deutscher Bäcker, doch die Herkunft seines Namens bleibt unklar. Manche Theorien führen ihn auf ein im 19. Jahrhundert verwendetes Triebmittel zurück, andere sehen eine Ähnlichkeit mit den Helmen amerikanischer Soldaten. Wie auch immer die Geschichte aussieht – das Gebäck selbst bleibt unverändert, nur der Name hat sich gewandelt.
Bei der BäckereiDe Heidbäcker war die Entscheidung, es in Grönländer umzubenennen, eine direkte Reaktion auf das wiederholte Kaufinteresse der US-Regierung an Grönland. Harms machte deutlich, dass der neue Name so lange bestehen bleibe, wie diese Diskussionen andauerten. Vorerst werden die Teilchen noch einige Wochen im Sortiment bleiben, bevor sie bis zum Herbst verschwinden.
Die Aktion stößt bei den Kunden auf Zustimmung. Ein Einheimischer bezeichnete sie als kluge Art, sich mit Dänemark und Europa zu solidarisieren. Selbst eine Frau aus Prag schrieb Harms eine E-Mail, um ihre Unterstützung auszudrücken. Zwar hat die internationale Presse die Geschichte noch nicht aufgegriffen, doch das deutsche Magazin Stern nannte sie eine politische Aussage mit verspieltem Unterton.
Für die Bäckerei ist die Umbenennung ein voller Erfolg. Auf den Kassenbons steht nun Grönländer, doch die Kunden erhalten nach wie vor das vertraute Gebäck. Harms sieht die Aufmerksamkeit als hervorragende Werbung für traditionelles Handwerk – und als kleine, aber bedeutungsvolle Geste in einer größeren Debatte.
Solange das US-Interesse an Grönland anhält, bleibt der Grönländer auf der Speisekarte. Die Verkaufszahlen sind seit der Umbenennung gestiegen, was zeigt, dass die Idee bei den Kunden ankommt. Zwar haben sich bisher keine anderen Bäcker angeschlossen, doch der spielerische Protest der Lüneburger Bäckerei hat bereits Spuren hinterlassen.






