Leerstehende Büros werden zu Wohnungen – wie 60.000 neue Häuser entstehen könnten
Goran BolnbachLeerstehende Büros werden zu Wohnungen – wie 60.000 neue Häuser entstehen könnten
In Deutschlands sieben größten Städten könnten Tausende neue Wohnungen entstehen – durch die Umwandlung leerstehender Büroräume. Ein vom Staat gefördertes Programm bietet nun finanzielle Unterstützung für Investoren, die solche Gebäude umnutzen wollen. Damit sollen gleichzeitig der Wohnraummangel gelindert und ungenutzte Gewerbeimmobilien reduziert werden.
Allein in Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf könnten bis zu 11.000 neue Wohnungen durch die Umwidmung leerstehender Büros geschaffen werden. Unter optimalen Bedingungen ließe sich diese Zahl sogar auf 60.000 erhöhen. Doch der Umbau von Arbeits- in Wohnräume ist kein einfaches Unterfangen.
Viele Bürobauten verfügen nicht über die grundlegende Raumaufteilung, die für Wohnungen erforderlich ist – teure Sanierungen sind daher oft unvermeidbar. Zudem haben die stark gestiegenen Baukosten in den letzten Jahren solche Projekte für Entwickler weniger attraktiv gemacht. Um Fördergelder zu erhalten, müssen die Umbauten mindestens den Standard "Effizienzhaus 85 Erneuerbare Energien" erfüllen – sofern das Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht.
Die Regierung gewährt Zuschüsse von bis zu 30.000 Euro pro Wohnung, um die Umwandlungen anzuregen. Das Geld muss nicht zurückgezahlt werden, allerdings ist die Förderung auf maximal 300.000 Euro pro Unternehmen begrenzt. Mit dem Programm sollen Leerstände verringert, das Wohnungsangebot erhöht und gleichzeitig ökologische Sanierungen vorangetrieben werden.
Die Initiative schafft klare finanzielle Anreize, um aus ungenutzten Büros Wohnraum zu machen. Gelingt das Vorhaben, könnte es die angespannte Wohnungsmarktsituation entlasten und bestehende Gebäude sinnvoller nutzen. Dennoch müssen Entwickler abwägen, ob sich die Sanierungskosten angesichts der verfügbaren Fördermittel rechnen.






