Kurt Beck attackiert Özdemirs Wahlkampfstrategie vor Rheinland-Pfalz-Wahl
Antoinette HettnerKurt Beck wirft Özdemir eine 'peinliche' Kampagne vor - Kurt Beck attackiert Özdemirs Wahlkampfstrategie vor Rheinland-Pfalz-Wahl
Vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz an diesem Sonntag hat der ehemalige Ministerpräsident Kurt Beck die jüngsten Wahlkampftaktiken des Grünen-Politikers Cem Özdemir scharf kritisiert. Beck, langjähriger SPD-Vorsitzender, warf Özdemir vor, bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg im März bewusst die eigenen Parteigrundsätze untergraben zu haben.
Beck, der Rheinland-Pfalz von 1994 bis 2013 regierte, unterstützt nun den amtierenden SPD-Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer in dessen Wiederwahlkampf. Schweitzer sieht sich einer starken Herausforderung durch den CDU-Kandidaten Gordon Schnieder gegenüber.
Özdemirs Strategie in Baden-Württemberg setzte auf wirtschaftliches Wachstum, Bürokratieabbau und Steuerentlastungen für Unternehmen. Zudem präsentierte er die Klimapolitik als Chance für die Wirtschaft statt als Hindernis. Sein Wahlkampfstil war von einem präsidialen Ton geprägt – er nutzte das Wort wir, um sich mit der CDU zu verbünden und seine Anziehungskraft zu verbreitern.
Beck bezeichnete Özdemirs Vorgehen als peinlich und warf ihm vor, sich bewusst von der Ideologie der Grünen zu distanzieren. Gleichzeitig betonte er, dass Schweitzer einen ähnlichen Kurs nicht einschlagen werde – und auch der SPD-Chef seine Parteilinie nicht öffentlich verraten werde.
Özdemirs Taktik zahlte sich Anfang März aus, als er die Landtagswahl in Baden-Württemberg für sich entschied.
Die Wahl in Rheinland-Pfalz findet an diesem Sonntag statt. Becks Kritik unterstreicht die Spannung zwischen Özdemirs pragmatischem Wahlkampf und den traditionellen Parteilinien. Schweitzers Reaktion wird zeigen, ob eine ähnliche Strategie auch in diesem eng umkämpften Rennen den Ausschlag geben könnte.






