Konservativer Thinktank Republik 21 gerät wegen CDU-Nähe und Staatsförderung in die Kritik
Goran BolnbachKonservativer Thinktank Republik 21 gerät wegen CDU-Nähe und Staatsförderung in die Kritik
Ein konservativer Thinktank mit Sitz in München steht im Mittelpunkt einer Debatte über seine Finanzierung. Republik 21 (R21), 2021 gegründet und als gemeinnützig anerkannt, gerät wegen seiner Verbindungen zu Spitzenpolitikern und jüngster Förderanträge zunehmend in die Kritik.
Im Aufsichtsrat der Denkfabrik sitzen prominente Persönlichkeiten wie der Historiker Andreas Rödder und die ehemalige Familienministerin Kristina Schröder (CDU). Offene Unterstützung erhält die Organisation zudem von Jens Spahn, dem Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU im Bundestag. Dessen Fraktion setzte sich 2025 dafür ein, R21 mit staatlichen Mitteln zu fördern.
Bis zu 500.000 Euro aus Bundesmitteln könnten an den Thinktank fließen. Einer seiner regelmäßigen Autoren, Nils Hesse, übernahm kürzlich eine Schlüsselposition im Bundeswirtschaftsministerium. Dort leitet er nun die Einheit „Reden und Strategische Kommunikation“ unter Ministerin Katharina Reiche (CDU).
Hesse hatte in seinen Beiträgen für R21 wiederholt die deutsche Energiewende kritisiert. Obwohl er bestreitet, weiterhin für die Organisation tätig zu sein, führt die Website von R21 ihn noch immer als Experten. Ein von der Organisation Campact in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten wirft nun verfassungsrechtliche Bedenken auf: Demnach könnte die staatliche Förderung von R21 gegen Grundgesetz verstoßen, da der Thinktank faktisch wie eine politische Partei agiere.
Der Antrag auf öffentliche Gelder hat eine juristische und politische Diskussion ausgelöst. Die engen Verbindungen von R21 zu hochrangigen Politikern sowie die Frage, ob die Organisation überhaupt förderwürdig ist, bleiben umstritten. Die von Kritikern vorgebrachten verfassungsrechtlichen Einwände könnten den Ausgang der Debatte entscheidend prägen.






