22 March 2026, 14:34

Klimaprotest gegen drittes LNG-Terminal in Wilhelmshaven eskaliert vor Höegh Esperanza

Eine Gruppe von Menschen sitzt auf einem sandigen Strand in der Nähe von Zelten, mit einer Wand und einer Brücke im Hintergrund, die an einer Klimademonstration teilnehmen unter einem bewölkten Himmel.

Klimaprotest gegen drittes LNG-Terminal in Wilhelmshaven eskaliert vor Höegh Esperanza

Rund 80 Klimaaktivistinnen und -aktivisten versammelten sich am Hooksieler Außentief, um gegen die Pläne für ein drittes LNG-Terminal in der Nähe von Wilhelmshaven zu protestieren. Die Demonstration richtete sich gegen die Höegh Esperanza, ein riesiges Lager- und Regasifizierungsschiff mit einer Länge von fast 300 Metern und einer Breite von 50 Metern. Die Veranstalter argumentierten, dass das Projekt die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen vertiefen statt die deutschen Klimaziele zu unterstützen würde.

Der Protest fiel zusammen mit einer dreitägigen internationalen Anti-LNG-Konferenz in der Stadt. Zu den Rednerinnen und Rednern gehörten Vertreter der Deutschen Umwelthilfe (DUH), lokaler Umweltinitiativen sowie Jugendklimabewegungen.

Organisiert wurde die Kundgebung von einem neu gegründeten Bündnis, zu dem die DUH, lokale Gruppen von BUND und NABU sowie Aktivistinnen und Aktivisten von Fridays for Future zählen. Milena Pressentin von der DUH kritisierte das Terminal als "feinstes Greenwashing" und bezeichnete es als eine fossile LNG-Anlage, die speziell für den Import von Erdgas konzipiert sei. Sie warnte, dass die Interessen der fossilen Energiewirtschaft sich nicht auf den aktuellen Standort Voslapper Groden-Nord beschränken würden, sondern weitere Flächeninanspruchnahmen vorantreiben würden.

Martin Lüdders, ein Aktivist von Fridays for Future, betonte vor den Demonstranten, dass Wilhelmshaven zu den am stärksten vom Klimawandel bedrohten Regionen Deutschlands gehöre. Seine Aussagen spiegelten die Sorge wider, dass der Ausbau der LNG-Infrastruktur die Umweltgefahren in der Region verschärfen würde.

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Das Bündnis hat rechtliche Schritte gegen den Bebauungsplan Nr. 225 eingeleitet, der den Bau des Terminals ermöglicht. Zu den Einwänden zählen Mängel im städtebaulichen Verfahren sowie geplante Änderungen im Naturschutzrecht. Niksa Marusic, der Wilhelmshavener Stadtplanungschef, verteidigte das Projekt und erklärte, die angepassten Flächen-nutzungs- und Bebauungspläne würden sowohl die Klimaziele als auch die nationale Energiesicherheit stärken.

Seit 2022 hat Deutschland vier LNG-Terminals an seinen Nord- und Ostseeküsten in Betrieb genommen. Wilhelmshaven beherbergt bereits eine dieser Anlagen, doch Aktivistinnen und Aktivisten argumentieren, dass ein weiterer Ausbau im Widerspruch zum Umstieg auf erneuerbare Energien stehe.

Der Protest steht für den wachsenden Widerstand gegen den LNG-Ausbau in Norddeutschland. Während juristische Klagen und öffentliche Demonstrationen das dritte Terminal blockieren sollen, betonen die Behörden dessen Notwendigkeit für die Energieversorgungssicherheit. Der Konflikt spiegelt die grundsätzlichen Spannungen zwischen fossiler Infrastruktur und Klimaschutzzielen in der Region wider.

Quelle