Kaltblüter kehren zurück: Wie Pferde die Wälder in Bayern und Hessen retten
Birte SchülerPferd statt Maschine - Welche Arbeit haben Zugpferde? - Kaltblüter kehren zurück: Wie Pferde die Wälder in Bayern und Hessen retten
Kaltblüter erleben eine leise Rückkehr in deutsche Wälder und Felder. Am Schloss Freudenberg helfen diese kräftigen Tiere, die Gesundheit der Wälder zu erhalten, indem sie schwere Baumstämme ziehen – dort, wo Maschinen an ihre Grenzen stoßen. Ihr Einsatz verbindet Tradition mit modernen Nachhaltigkeitsbemühungen in mehreren Bundesländern.
In Hessen widmen sich nur etwa acht Betriebe vollständig der Pferderückung. Der Hessische Kaltblütverband (IGZ) fördert diesen Nischenansatz und kombiniert Pferde mit Maschinen, um ein ökologischeres Gleichgewicht zu schaffen. Solche Projekte gibt es nicht nur in Hessen: Auch Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen setzen in Forst- und Landwirtschaft auf Pferdelogistik.
Auf Schloss Freudenberg können Besucher beim jährlichen Kaltblutfest die Pferderückung live erleben – und sogar selbst die Zügel in die Hand nehmen. Die Methode ist zwar langsamer, aber schonender für den Boden: Die Tiere ziehen das Holz an Ketten, ohne den Lärm und die Bodenverdichtung schwerer Fahrzeuge.
Für Landwirte wie Hubertus Assmann bedeutet die Arbeit mit Kaltblütern mehr als nur Effizienz. Er setzt sein Gespann zum Pflügen ein und empfindet den Prozess als leiser und erfüllender als die Arbeit mit Traktoren. Im Schwarzwald und den Bayerischen Alpen zeigen ähnliche Initiativen, wie selektive Forstwirtschaft mit Pferden zu einer nachhaltigen Landbewirtschaftung beitragen kann.
Die Renaissance der Kaltblüter in Forst und Landwirtschaft bleibt zwar klein, aber zielgerichtet. Bundesländer wie Hessen und Bayern erforschen weiterhin ihren Einsatz in Aufgaben, bei denen Maschinen versagen. Fürs Erste halten Feste und lokale Projekte die Tradition am Leben – und demonstrieren zugleich ihre praktischen Vorteile.






