Joyn zieht Jerks. nach Gewaltvorwürfen gegen Christian Ulmen ab
Antoinette Hettner"jerks." nicht mehr auf Joyn verfügbar - Joyn zieht Jerks. nach Gewaltvorwürfen gegen Christian Ulmen ab
Die Comedyserie Jerks. wurde vom Streamingdienst Joyn abgezogen, nachdem schwere Vorwürfe gegen ihren Mitbegründer Christian Ulmen erhoben wurden. Seine Ex-Frau und Co-Star Collien Fernandes wirft ihm Fehlverhalten vor, darunter körperliche und digitale Gewalt. Die Serie, deren fünfte und letzte Staffel in diesem Jahr abgeschlossen wurde, galt zuvor als kritischer Erfolg.
Jerks. startete 2017 mit Fernandes und Ulmen in den Hauptrollen, die fiktionalisierte Versionen ihrer selbst spielten und das Leben nach der Scheidung verarbeiteten. Die Serie erhielt breite Anerkennung, gewann drei Deutsche Comedy-Preise sowie den Deutschen Fernsehpreis. Die fünfte Staffel, produziert von Ulmens Firma Pyjama Pictures, erschien im Februar 2023 exklusiv auf Joyn Plus+.
Fernandes ging kürzlich mit ihren Vorwürfen an die Öffentlichkeit und schilderte Vorfälle, die sie als "digitale Vergewaltigung" und körperliche Gewalt bezeichnete. Ulmen hat sich bisher nicht öffentlich geäußert und keine Interviews zu den Anschuldigungen gegeben. Auf Anfrage des Stern schickten seine Anwälte eine E-Mail, die nicht zitiert werden durfte – zentrale Fragen blieben unbeantwortet. Nach deutschem Recht gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.
Als Reaktion auf die Vorwürfe nahm Joyn Jerks. vom Programm. Die Entscheidung folgt einer wachsenden öffentlichen Kritik an Ulmens Verhalten, obwohl bisher keine rechtlichen Schritte eingeleitet wurden.
Der Abzug von Jerks. bedeutet eine abrupten Wendepunkt für eine Serie, die einst als Meisterwerk der deutschen Comedy gefeiert wurde. Da Ulmen sich nicht öffentlich äußert, bleiben die Vorwürfe in den Medien unbestritten. Nun hängt alles davon ab, ob weitere juristische oder berufliche Konsequenzen folgen werden.






