Iris Berben: Warum sie mit 75 Jahren bewusst auf die Ehe verzichtet
Antoinette HettnerIris Berben: Sahen Keinen Grund für Heirat - Iris Berben: Warum sie mit 75 Jahren bewusst auf die Ehe verzichtet
Iris Berben lebt seit Jahrzehnten nach ihren eigenen Regeln
Die deutsche Schauspielerin Iris Berben hat sich seit Jahrzehnten an keine Konventionen gebunden. Mit 75 Jahren war sie nie verheiratet – trotz einer langjährigen Beziehung zu ihrem Partner Heiko Kiesow. Ihre Entscheidung spiegelt ein lebenslanges Bekenntnis zur Unabhängigkeit wider, geprägt von den restriktiven Normen der 1960er-Jahre, als Frauen noch die Erlaubnis ihres Ehemanns benötigten, um arbeiten zu dürfen.
Berbens Ablehnung der Ehe wurzelt in ihrer Jugend. In einer Zeit, in der traditionelle Rollenbilder vorherrschten, lehnte sie die Erwartungen ab, die Frauenrechte an den Ehestand knüpften. Stattdessen setzte sie auf Selbstbestimmung – privat wie beruflich.
Ihre Karriere blühte parallel zu tiefgreifenden gesetzlichen Veränderungen in Deutschland auf. Die Eherechtsreform von 1961 ermöglichte verheirateten Frauen erstmals, eigenverantwortlich zu arbeiten und über ihre Finanzen zu verfügen. Später sorgte das 1977 verabschiedete Gleichberechtigungsgesetz für faire Behandlung am Arbeitsplatz, während das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz von 1994 Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Alter oder Herkunft verbot. Neuere Regelungen wie das Entgelttransparenzgesetz von 2015 oder das Selbstbestimmungsgesetz von 2021 stärkten zudem den Schutz vor Lohngerechtigkeit, Belästigung und sicherten reproduktive Rechte – mit weiteren Anpassungen bis 2026.
Seit fast 20 Jahren teilt Berben ihr Leben mit Kiesow, ohne den Drang zu verspüren, ihre Beziehung formal zu besiegeln. Wiederholt betonte sie, keinen Grund zu sehen, ihre Bindung durch eine Heirat zu institutionalisieren – sie lebt lieber nach eigenen Maßstäben.
Berbens konsequente Ablehnung der Ehe steht exemplarisch für den gesellschaftlichen Wandel in Deutschland. Gesetze, die einst Frauen in Abhängigkeit hielten, wichen schrittweise größerer Gleichberechtigung in Beruf, Finanzen und persönlicher Freiheit. Ihre Geschichte zeigt, wie weit individuelle Selbstbestimmung und rechtlicher Schutz seit den 1960er-Jahren gekommen sind.






