Heino-Konzert in Bad Belzig wird zur Protestbühne für gesperrten Feuerwehrmann
Goran BolnbachHeino-Konzert in Bad Belzig wird zur Protestbühne für gesperrten Feuerwehrmann
Koncert in Bad Belzig wird zur Solidaritätskundgebung für Richard Mänder
Ein Konzert am Samstagabend in Bad Belzig entwickelte sich zu einer Demonstration der Unterstützung für Richard Mänder, einen Feuerwehrmann, dem nach dem Abspielen einer umstrittenen Strophe der deutschen Nationalhymne seine Richterämter entzogen wurden. Der Auftritt des 87-jährigen Schlagersängers Heino, dessen Performance mit Jubel und "Ostdeutschland"-Rufen von Feuerwehrleuten und Fans begleitet wurde, stand im Mittelpunkt des Abends.
Unterdessen bekräftigte der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) seine Entscheidung, Mänder von allen offiziellen Funktionen auszuschließen – trotz Forderungen aus dem Publikum, die Strafe sei zu hart.
Streit um Nationalhymne und Konsequenzen Der Streit begann, als Mänder, selbst Feuerwehrmann, eine Version von "Deutschland, Deutschland über alles" – der ersten, historisch belasteten Strophe der Nationalhymne – von YouTube herunterlud und sie zur Eröffnung eines Bundesfeuerwehrwettbewerbs 2025 in Torgau abspielte. Zwar ist die vollständige Hymne nicht verboten, doch der Verband hielt die Wahl für unangemessen und enthob Mänder seiner Richtertätigkeit.
Als Reaktion versammelten sich Feuerwehrleute aus Sachsen und Thüringen beim Heino-Konzert in Bad Belzig, um Solidarität zu zeigen. Die Menge, viele in Uniform, sang zu Klassikern wie "Blau blüht der Enzian", "Rosamunde" und "Karamba, Karacho, ein Whisky" mit. Zwischenzeitlich skandierte eine Gruppe Männer wiederholt "Ostdeutschland, Ostdeutschland!"
Heinos Manager distanziert sich – Alternative Veranstaltung für Vielfalt Heinos Manager, Helmut Werner, betonte später, dass das Sänger-Team die Verwendung der Hymnenstrophe beim Wettbewerb nicht gutheiße. "Die erste Strophe war nie verboten", erklärte Werner, "aber für eine Bundesfeuerwehrveranstaltung war sie nicht geeignet." Seine Äußerungen fielen zusammen mit einer Gegenveranstaltung in Bad Belzig: Die Organisatoren des "Party for Diversity"-Festivals trafen sich unter dem Motto "Knallbunt ist die Haselnuss".
Verband bleibt hart – Mänder bleibt gesperrt Der Deutsche Feuerwehrverband zeigt sich unbeeindruckt und weigert sich, Mänder wieder einzusetzen. Seine Unterstützer hingegen halten die Strafe für unverhältnismäßig und sprechen von einem unbeabsichtigten Fehler.
Das Konzert in Bad Belzig offenbart tiefe Gräben in der Debatte um Mänders Sanktionen: Während Feuerwehrleute hinter ihm stehen, hält der Verband an seiner Entscheidung fest. Heinos Auftritt, eigentlich ohne Bezug zum Hymnenstreit, wurde so zur Bühne des Protests.
Diskussion über Tradition, Protokoll und Symbolpolitik Die Auseinandersetzung dauert an – der Verband bleibt bei seinem Urteil, Mänder bleibt von Richterämtern ausgeschlossen. Der Vorfall hat eine breitere Debatte über Tradition, angemessenes Protokoll und die Grenzen öffentlicher Symbolik entfacht.






