Großrazzia in Ahlhorn: Zoll und Polizei decken Schwarzarbeit und Steuervergehen auf
Birte SchülerGroßrazzia in Ahlhorn: Zoll und Polizei decken Schwarzarbeit und Steuervergehen auf
Großrazzia in Ahlhorn: Behörden prüfen Schwarzarbeit, Mindestlohn und Steuerverstöße
Am 12. September 2025 fand in Ahlhorn eine großangelegte Kontrolle statt, an der rund 100 Beamte von Zoll, Polizei und lokalen Behörden beteiligt waren. Ziel der Aktion waren Betriebe entlang der Wildeshauser Straße und im Bereich Am Lemsen, wo gezielt nach undeclarierter Arbeit, Verstößen gegen den Mindestlohn sowie Steuerunregelmäßigkeiten gefahndet wurde. Teile der Innenstadt waren während der Überprüfungen zeitweise gesperrt.
Insgesamt wurden zehn Gaststätten und Läden kontrolliert, wobei die Behörden Personalunterlagen, Lohnabrechnungen und Gaststättenlizenzen prüften. Sechzehn Personen wurden befragt, in sechs Fällen erfolgte eine Überprüfung der Geschäftsunterlagen – hier gab es keine Beanstandungen.
Im Verlauf der Razzia sicherten die Beamten jedoch potenziell gefälschte Dokumente, die in einem Safe aufbewahrt wurden. Zudem beschlagnahmten sie ein Kilogramm nicht versteuerten Shisha-Tabak, was zu einem Steuerermittlungsverfahren gegen den Betreiber eines Lokals führte. In zwei weiteren Betrieben wurde unversteuerter Kaffee entdeckt, was zu Nachzahlungen der Kaffeesteuer sowie zollrechtlichen Zuschlägen führte.
Die Kontrollen erstreckten sich auch auf Handelsrecht, Arbeitsschutzbestimmungen und Sicherheitsmängel. Die Behörden kündigten an, künftig weitere gemeinsame Großkontrollen dieser Art durchzuführen.
Die Aktion in Ahlhorn steht im Zusammenhang mit landesweiten Maßnahmen gegen illegale Beschäftigung in Niedersachsen. Bereits am 14. März sowie vom 16. bis 18. März 2026 hatten koordinierte Aktionstage stattgefunden, bei denen 372 Betriebe und 865 Personen überprüft wurden – dabei wurden 429 Verdachtsfälle von Schwarzarbeit aufgedeckt. Zuvor, am 9. März 2026, hatte eine bundesweite Razzia in der Baubranche stattgefunden, an der 160 Beamte in sieben Bundesländern, darunter Niedersachsen, beteiligt waren. Allein die Zollfahndung Hannover dokumentierte für das Jahr 2025 einen Schaden von 16,5 Millionen Euro durch illegale Beschäftigung.
Die Kontrollen in Ahlhorn führten zu Beschlagnahmungen, Steuerverfahren und der Ankündigung weiterer koordinierter Überprüfungen. Die Behörden betonten, dass sie ihre Anstrengungen im Kampf gegen Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung in der Region fortsetzen werden. Unternehmen, die gegen die Vorschriften verstoßen, müssen mit finanziellen Sanktionen und möglichen juristischen Konsequenzen rechnen.






