08 May 2026, 06:28

Großrazzia enthüllt systematische Verstöße in Paketbranche – Lohnbetrug und illegale Beschäftigung

Plakat mit der Aufschrift "Operation Double Trouble: US-Geldkurier" mit einer Karte der USA, die in zwei Abschnitte unterteilt ist, einen für die Routen der Geldkurier und einen für die Standorte der Geldkurier, mit fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Rand.

Großrazzia enthüllt systematische Verstöße in Paketbranche – Lohnbetrug und illegale Beschäftigung

Großrazzia in Deutschlands Kurier- und Paketbranche deckt massenhafte Rechtsverstöße auf

Bei einer bundesweiten Kontrollaktion im Kurier- und Paketdienstsektor sind schwerwiegende Gesetzesverstöße ans Licht gekommen. Über 2.900 Zollbeamte führten landesweit Inspektionen durch und entdeckten dabei Steuerhinterziehung, Lohnbetrug sowie illegale Beschäftigungspraktiken. Die Ergebnisse befeuern erneut Forderungen nach schärferen Regulierungen in einer Branche, die in hohem Maße von Subunternehmern abhängt.

Die Überprüfungen zeigten, dass Subunternehmer regelmäßig Sozialabgaben umgingen und Steuerbetrug begingen. Einige Fahrer arbeiteten ohne die erforderlichen Genehmigungen – so etwa ein 39-jähriger Türke in Köln, dem ein gültiges Arbeitsvisum fehlte. Viele Beschäftigte kannten ihren eigenen Beschäftigungsstatus nicht, manche wussten nicht einmal, für welches Unternehmen sie eigentlich tätig waren.

Zudem wurden ausbeuterische Arbeitsbedingungen aufgedeckt: Fahrer leisteten häufig unbezahlte Überstunden, sodass ihr Lohn unter den gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde sank. Der Branchenverband BPEX verteidigte den Einsatz von Subunternehmern und argumentierte, diese seien für ein nachhaltiges Wachstum des Sektors unverzichtbar.

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Die Zollbehörden dokumentieren diese Missstände bereits seit Jahren, doch die Durchsetzung von Regeln gestaltet sich schwierig – nicht zuletzt wegen der mobilen Natur der Zustellarbeit. Die Gewerkschaft Verdi reagierte mit der Forderung nach einem vollständigen Verbot von Subunternehmern in der Paketbranche.

Die Kontrollen offenbaren tief verwurzelte Probleme in Deutschlands Zustellsektor, wo das Subunternehmertum systematischen Missbrauch ermöglicht hat. Angesichts von Lohnbetrug, illegaler Beschäftigung und Steuerhinterziehung wächst der Druck auf strengere Kontrollen. Die Behörden stehen jedoch vor anhaltenden Herausforderungen, eine Branche zu regulieren, in der die Beschäftigten ständig unterwegs sind.

Quelle