23 February 2026, 21:22

Göttingen erlaubt erstmals öffentlichen Ruf des Muezzins im Februar 2026

Ein altes Schwarz-Weiß-Foto eines Mannes im Gebet, der ein Tuch und eine Mütze trägt, mit der Beschriftung "Bredjande Molla, die erste Muslimin der Welt" unten.

Göttingen erlaubt erstmals öffentlichen Ruf des Muezzins im Februar 2026

Göttingens DITIB-Muslimjugend wird erstmals am 24. Februar 2026 den Ruf des Muezzins öffentlich übertragen. Der Aufruf markiert das Ende des täglichen Fastenbrechens im Ramadan und folgt auf Gespräche mit anderen Glaubensgemeinschaften der Stadt. Lokale Religionsvertreter zeigen sich unterstützend und betonen die Bedeutung von Dialog und klaren Regelungen.

Die Entscheidung, den Gebetsruf öffentlich zu verbreiten, entstand nach Beratungen am Göttinger Runden Tisch der Religionen, an dem christliche, jüdische und muslimische Vertreter teilnehmen. Ali Serkan Şahbaz von der DITIB-Jugendgruppe erklärte, der Ruf des Muezzins sei eine rein liturgische Einladung – weder eine politische Aussage noch ein Missionsversuch.

Bürgermeisterin Petra Broistedt verwies darauf, dass die Religionsfreiheit – einschließlich sichtbarer und hörbarer Glaubensbekundungen – durch das Grundgesetz geschützt sei. Dieses Recht gelte für alle Glaubensgemeinschaften gleichermaßen. Superintendent Dr. Frank Uhlhorn und Dechant Wigbert Schwarze von der katholischen Kirche stimmten zu, dass öffentliche Religionsausübung in einem geregelten Rahmen möglich sein müsse.

Um Vertrauen und Verständnis zu fördern, plant die DITIB-Jugendgruppe in den kommenden Wochen Informationsveranstaltungen. Eine öffentliche Diskussion mit Şahbaz, Dilek Aydın und Erzdechant Schwarze findet am 17. März 2026 im Weststadtzentrum statt. Jaqueline Jürgenliemk, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Göttingens, begrüßte die Initiative als Schritt zu mehr Akzeptanz zwischen den Religionen.

Zudem lädt die DITIB am 26. März 2026 von 18:00 bis 19:00 Uhr zu einem Tag der offenen Moschee in die Königstieg 4 ein. Die Jugendgruppe sicherte zu, den Gebetsruf transparent und respektvoll zu gestalten und im Austausch mit Anwohnern zu bleiben.

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Der Ruf des Muezzins wird ab dem 24. Februar 2026 als Teil der Ramadan-Praxis zu hören sein. Weitere Gespräche und Veranstaltungen sollen Fragen klären und den Dialog vertiefen. Das Vorhaben spiegelt die anhaltenden Bemühungen wider, in Göttingen religiöse Ausdrucksformen mit den Belangen der Stadtgesellschaft in Einklang zu bringen.