25 June 2026, 12:24

Gorleben bleibt Deutschlands umstrittenes Atommüll-Zwischenlager – trotz aller Risiken

Nuklearabfall-Lagerung in Gorleben

Gorleben bleibt Deutschlands umstrittenes Atommüll-Zwischenlager – trotz aller Risiken

Die Suche nach einem Endlager für Deutschlands hochradioaktiven Atommüll verzögert sich immer wieder. Das Zwischenlager Gorleben, ursprünglich als vorübergehende Lösung gedacht, bleibt weit länger in Betrieb als geplant. Kritiker stellen inzwischen seine Eignung für den Langzeitbetrieb infrage.

Der Bau der Gorlebener Lagerhalle erfolgte zwischen 1982 und 1983. Die Konstruktion umfasst 50 Zentimeter dicke Stahlbetonwände und eine 20 Zentimeter starke Dachplatte. Seit 1995 lagern dort 113 Castor-Behälter mit nuklearem Abfall, die letzte Lieferung traf 2011 ein.

Lokale Aktivisten spotten und bezeichnen die Anlage als „Kartoffelscheune“ – die Struktur biete kaum Schutz vor modernen Bedrohungen. Die Sorge wächst, dass ihre Verwundbarkeit das Lager im Konflikt- oder Terrorfall zum Ziel machen könnte. Als Reaktion begann die BGZ 2024 mit dem Bau einer zehn Meter hohen Schutzwand um das Gelände. Im vergangenen Frühjahr wurde zudem eine Flugverbotszone über der Region verhängt.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die BGZ hat beantragt, die Betriebsgenehmigung für Gorleben um 20 Jahre zu verlängern – obwohl die erste Zwischenlagererlaubnis bereits 2034 ausläuft. Fachleute gehen davon aus, dass die Suche nach einem tiefengeologischen Endlager noch mehrere Jahrzehnte dauern wird; mit dem Betrieb ist frühestens im nächsten Jahrhundert zu rechnen. Manche fordern, die bestehende Halle abzureißen und durch eine modernere, sicherere Anlage zu ersetzen.

Trotz seines Alters und seiner Mängel dient Gorleben weiterhin als Zwischenlager. Die Entscheidung über seine Zukunft wird die deutsche Atommüllpolitik für Jahrzehnte prägen. Die Verzögerungen und Sicherheitsbedenken zeigen, wie herausfordernd die langfristige Entsorgung radioaktiver Abfälle ist.

Quelle