Gerechtere Mietkosten: Warum Modernisierungen einkommensschwache Haushalte überfordern
Silvester SeipGerechtere Mietkosten: Warum Modernisierungen einkommensschwache Haushalte überfordern
Debatte über Mietsteigerungen für Gebäudesanierungen gewinnt an Fahrt
Axel Gedaschko, Präsident eines großen Wohnungsverbands, fordert eine Reform der Umlage von Modernisierungskosten – und stößt damit auf wachsendes Interesse. Sein Vorwurf: Das aktuelle System belaste einkommensschwache Mieterinnen und Mieter unverhältnismäßig stark, da sie dieselben Zusatzkosten tragen müssten wie wohlhabendere Haushalte.
Bisher dürfen Vermieter die Kosten für Modernisierungsmaßnahmen – etwa den Einbau klimafreundlicher Heizsysteme oder energetischer Sanierungen – gleichmäßig auf alle Mieter umlegen. Gedaschko kritisiert dies als ungerecht und verweist auf das Beispiel einer alleinerziehenden Krankenschwester, die dieselbe Mieterhöhung schultern muss wie ein Doppelverdiener-Paar.
Stattdessen schlägt er ein gestaffeltes Modell vor: Mieter mit höherem Einkommen sollten einen größeren Anteil der Modernisierungskosten tragen, während Geringverdiener entlastet würden. Die aktuelle Praxis führe zu einer unzumutbaren finanziellen Belastung für einkommensschwache Haushalte, so Gedaschko.
Der Verbandschef appellierte zudem an die Regierungskoalition aus Union und SPD, schnell zu handeln. Ohne Reform drohe der ökologische Umbau des Gebäudesektors die soziale Ungleichheit unter Mietern weiter zu verschärfen.
Die Forderung nach einer Neuregelung zeigt das Spannungsfeld zwischen Klimazielen und bezahlbarem Wohnen. Sollte Gedaschkos Vorschlag umgesetzt werden, würden höhere Einkommensgruppen stärker an den Kosten beteiligt. Eine Reaktion der Bundesregierung auf die Reformpläne steht bisher aus.






