05 June 2026, 10:17

Geisterhafte DDR-Militäranlage für 60.000 Euro versteigert – doch was nun?

Eins, Zwei, Drei - Insel verkauft!

Geisterhafte DDR-Militäranlage für 60.000 Euro versteigert – doch was nun?

Verlassene Militäranlage auf Pfählen für 60.000 Euro versteigert

Eine verlassene Militäranlage auf Stelzen ist für 60.000 Euro unter den Hammer gekommen. Die als Ostervilm bekannte Ruine erhebt sich aus den Gewässern des Greifswalder Boddens, einer Lagune nahe der Insel Vilm. Ihre Geschichte reicht bis in die Zeit des Kalten Krieges zurück, als sie für Marineoperationen genutzt wurde – doch ihre Zukunft bleibt wegen rechtlicher und logistischer Hürden ungewiss.

Ursprünglich wurde Ostervilm als abgeschirmter Militärstandort errichtet. Seine Aufgabe bestand darin, eine riesige Unterwasserkabelschleife zu beherbergen, mit der Kriegsschiffrümpfe entmagnetisiert wurden. Dieses Verfahren neutralisierte die magnetischen Signaturen der Schiffe und machte sie so für feindliche Minen oder U-Boote schwerer ortbar.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Anlage war während der DDR-Zeit in Betrieb, als hochrangige Funktionäre – darunter Mitglieder des Ministerrats und Staatschef Erich Honecker – auf der nahegelegenen Insel Vilm ihren Urlaub verbrachten. Heute führt die deutsche Marine ähnliche Entmagnetisierungsarbeiten in Einrichtungen in Kiel und Wilhelmshaven durch.

Das Bauwerk selbst steht auf 600 Holzpfählen, mit einem Betonrahmen, der mit Eisenplatten und Holz verkleidet ist. Obwohl es von der Südküste Rügens aus sichtbar ist und in der Nähe des geschützten Naturschutzgebiets Vilm liegt, stellt seine abgelegene Lage eine Herausforderung dar. Für jede Art von Bebauung wäre ein Bebauungsplan erforderlich – doch die Genehmigung eines solchen gilt an diesem exponierten Standort als unwahrscheinlich.

Bei der Versteigerung am 4. Juni wechselte Ostervilm für 60.000 Euro den Besitzer – und damit über dem Mindestgebot von 39.000 Euro. Doch der neue Eigentümer sieht sich sofort mit Hindernissen konfrontiert: Ohne gesicherten Zugang oder grundlegende Infrastruktur ist eine legale Nutzung des Gebäudes derzeit unmöglich.

Der Verkauf von Ostervilm markiert ein neues Kapitel für dieses Relikt aus dem Kalten Krieg, auch wenn seine praktische Nutzung weiter fraglich bleibt. Die abgelegene Lage und das Fehlen jeder Infrastruktur verhindern eine Bewohnung oder Sanierung. Vorerst bleibt die Anlage ein beeindruckendes, aber unzugängliches Stück Militärgeschichte in der Ostsee.

Quelle