Florentina Holzinger inszeniert spektakuläres Pfingstspiel zwischen Himmel und Hölle
Antoinette HettnerFlorentina Holzinger inszeniert spektakuläres Pfingstspiel zwischen Himmel und Hölle
Ein mutiges und spektakuläres Pfingstspiel eroberte dieses Wochenende Wien
Unter der Regie von Florentina Holzinger verschmolz die Aufführung spektakuläre Inszenierung mit religiöser Symbolik und entfaltete sich an mehreren Schauplätzen der Stadt. Für Holzinger war es die erste Pfingstproduktion am Wiener Eislaufverein.
Den Auftakt bildete eine atemberaubende Abseilaktion am Heumarkt: Eine nackte Frau ließ sich an der Fassade des Intercontinental Hotels hinab – eine Hommage an den choreografischen Stil von Trisha Brown. Gleichzeitig schwebte ein Fallschirmspringer mit einem taubenförmigen Helm zu Boden – eine Verkörperung des Heiligen Geistes und ein Appell für Frieden.
Das Publikum bestieg anschließend einen Bus nach Schloss Prinzendorf, dem historischen Wirkungsort von Hermann Nitschs Orgien-Mysterien-Theater. Dort inszenierte Holzinger mit ihrem rein weiblichen Ensemble das Letzte Abendmahl neu – im Burghof des Schlosses. Den Höhepunkt bildete eine Performance, bei der die Künstlerinnen an Haken hängend von Drohnen mit roter Farbe besprüht wurden – eine direkte Anspielung auf Nitschs provokatives Erbe.
Technische Effekte prägten die Produktion: Ein Panzer und ein Monstertruck dominierten die Bühne, wobei Letzterer den Ersteren in einem dramatischen Finale zerquetschte. Autos, ein Motorrad und sogar ein Fallschirmsprung steigerten die chaotische Energie der Darstellung.
Holzingers Pfingstspiel verband religiöse Motive mit wagemutigem physischen Theater. Der Einsatz von Industriefahrzeugen, Luftakrobatik und symbolträchtigen Bildern hinterließ einen bleibenden Eindruck. Die Aufführung festigte ihren Ruf als Grenzgängerin der zeitgenössischen Performance-Kunst.






