10 May 2026, 12:27

Felix Banaszak will Männer mit Feminismus versöhnen – doch die AfD lockt junge Männer

Eine Gruppe von Menschen marschiert mit einer 'Solidarität und Feminismus'-Schlagzeile die Straße entlang, mit parkenden Fahrzeugen, Gebäuden, einer Schüsselantenne und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Felix Banaszak will Männer mit Feminismus versöhnen – doch die AfD lockt junge Männer

Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der deutschen Grünen, setzt sich dafür ein, dass sich Männer stärker mit Feminismus auseinandersetzen. Seine These: Starre Geschlechterrollen schaden allen – nicht nur Frauen. Männer sollten sich aktiv für Gleichberechtigung einsetzen. Zu seinen jüngsten Initiativen zählen öffentliche Diskussionen, Social-Media-Beiträge und sogar ein Interview mit Playboy, um vor allem jüngere Zielgruppen zu erreichen.

Banaszaks Ansatz, Männer in feministische Debatten einzubinden, hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. 2010 gehörte er zu 21 Grünen-Politikern, die ein Manifest mit dem Titel „Männer, gebt Macht ab! Es lohnt sich“ veröffentlichten. Mittlerweile räumt er ein, dass seine frühen Methoden zu konfrontativ waren. Heute setzt er auf eine Mischung aus Entschlossenheit und Offenheit, um Vertrauen aufzubauen statt Abwehr zu provozieren.

Sein jüngster Versuch, junge Männer zu erreichen, war im Februar ein Playboy-Interview zum Thema Feminismus. Dies folgte auf einen Social-Media-Beitrag im vergangenen Jahr, in dem er im Namen der Männer Scham über die Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe gegen den Schauspieler Christian Ulmen äußerte. Banaszak rief Männer dazu auf, ihr eigenes Verhalten und ihre Rolle in der Gesellschaft zu reflektieren.

Auf einer Sitzung des Bundesfrauenrats stellte er seine „Männerpolitik“ vor und sammelte Feedback. Vorschläge umfassten die Schaffung von mehr Räumen, in denen Jungen ihre Gedanken austauschen können, sowie die Einrichtung eines eigenen Forums für Männer. Auch sein persönlicher Umgang mit traditionell als weiblich geltenden Attributen – etwa das Rosa-Streichen seines Büros – bricht mit Klischees. Schon vor 20 Jahren trug Torhüter Tim Wiese bei Spielen pinkfarbene Handschuhe, ohne auf Widerstand zu stoßen – ein Zeichen für den Wandel der Einstellungen.

Doch es gibt weiterhin Widerstand. Bei der letzten Bundestagswahl wählten Männer unter 24 Jahren mehrheitlich die rechtsextreme AfD, während junge Frauen eher linksliberale Parteien bevorzugten. Vor der Europawahl 2024 ging der AfD-Politiker Maximilian Krah sogar so weit, jungen Männern, die Probleme bei der Partnersuche hätten, zu raten, sie sollten „nach rechts“ tendieren.

Banaszaks Kampagne zeigt eine wachsende Kluft in der politischen Haltung und den Geschlechterrollen zwischen jungen Männern und Frauen. Seine Arbeit macht deutlich, dass sich Einstellungen nur durch Dialog und sichtbare Vorbilder ändern lassen. Ob seine Bemühungen Wahlverhalten oder gesellschaftliche Normen langfristig beeinflussen, bleibt abzuwarten.

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