12 February 2026, 03:12

Erbbaurechts-Krise in Niedersachsen: Mieter drohen Mietexplosionen und Wohnungsverlust bis 2029

Ein altes Schwarz-Weiß-Foto der Tempelkirche in Czernowitz, Deutschland, umgeben von Menschen, Pfählen, Bäumen und Drähten.

Erbbaurechts-Krise in Niedersachsen: Mieter drohen Mietexplosionen und Wohnungsverlust bis 2029

Erbbaurechts-Streit in Niedersachsen: Mieter fürchten dramatische Mietexplosionen und Wohnungsverlust

Ein eskalierender Konflikt um Erbbaurechte in Niedersachsen setzt immer mehr Mieter extremen Mietsteigerungen aus. Einige Bewohner berichten von monatlichen Zahlungen, die von gerade einmal 28 Euro auf über 1.600 Euro explodiert sind. Ohne eine Lösung könnten Tausende bis 2028 oder 2029 ihre Häuser verlieren – und im Gegenzug nur eine einmalige Entschädigung erhalten.

Im Mittelpunkt des Streits steht das Erbbaurecht, ein Modell, das ursprünglich einkommensschwachen Familien den Weg ins Wohneigentum ebnen sollte. In Niedersachsen leben schätzungsweise fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung auf solchen Grundstücken – die Region ist damit besonders betroffen. Doch nun werfen Mieter den Grundstückseigentümern vor, Profitinteressen über den sozialen Zweck des Systems zu stellen.

Ein Rentnerpaar in Hannover sah seine monatliche Pacht von 28 auf 1.600 Euro hochschnellen. Bei einem anderen Senior stieg die Jahreszahlung von 980 auf 15.600 Euro. Im Schnitt liegen die Erhöhungen bei 1.400 bis 1.600 Euro pro Monat – in Einzelfällen eine Steigerung um bis zu 5.000 Prozent.

Die Klosterkammer Hannover, größter Vergeber dieser Erbbaurechte, rechtfertigt die drastischen Anpassungen mit gestiegenen Bodenwerten und aktualisierten Grundstücksbewertungen. Auch Kirchen und Kommunen vergeben viele dieser Verträge. Verhandlungen zwischen Mietervereinigungen und der Klosterkammer sind gescheitert, der Konflikt steuert nun auf eine gerichtliche Auseinandersetzung zu.

Falls keine Einigung gelingt, könnten die Erbbauberechtigten bei Vertragsende 2028 oder 2029 aus ihren Häusern gedrängt werden. Statt ihrer Nutzungsrechte erhielten sie dann lediglich eine einmalige Abfindung.

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Die Pattsituation lässt Tausende Niedersachsen in Unsicherheit über ihre Zukunft zurück. Da nun Klagewege beschritten werden, wird sich zeigen, ob Familien in ihren Häusern bleiben können – oder ob sie gegen eine finanzielle Entschädigung ihre Wohnungen räumen müssen. Der Fall wirft zudem grundsätzliche Fragen auf: Wie fair ist es, langjährige Erbbaurechtsverträge an Marktentwicklungen anzupassen?