Drohende Schließungswelle: Warum Deutschlands Apotheken um ihr Überleben kämpfen
Silvester SeipDrohende Schließungswelle: Warum Deutschlands Apotheken um ihr Überleben kämpfen
Apothekenbranche in Deutschland steht vor wachsendem finanziellen Druck – Schließungswelle droht
Die Apothekenbranche in Deutschland sieht sich zunehmendem finanziellen Druck ausgesetzt, viele Betriebe stehen vor dem Aus. Die Apothekerkammer Niedersachsen (LAV) warnt, dass ohne schnelles Handeln Stellenabbau und eine Verschlechterung der Gesundheitsversorgung drohen. Besonders betroffen wären Frauen, die fast 90 Prozent der Beschäftigten in Apotheken stellen.
Die LAV kritisiert den aktuellen Entwurf des Apotheken-Versorgungsweiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG) scharf: Das Gesetz werde den Niedergang lokaler Apotheken beschleunigen. Viele kämpfen bereits ums Überleben – mit gravierenden Folgen für Arbeitsplätze in ländlichen Regionen, Städten und Gemeinden. Schließen weitere Apotheken, leiden auch die regionalen Wirtschaftskreisläufe, da sie durch Gewerbesteuern die kommunalen Haushalte stützen.
Um weitere Schließungen zu verhindern, fordert die LAV eine sofortige Erhöhung der Abgabegebühr. Vorgeschlagen wird eine Mindestanhebung auf 9,50 Euro, während Niedersachsens Apotheker mindestens 12 Euro verlangen. Ohne diese Anpassung drohten Kürzungen bei öffentlichen Gesundheitsleistungen, so der Verband.
Apotheken erfüllen jedoch nicht nur die Aufgabe, Medikamente abzugeben. Als kleine und mittlere Unternehmen schaffen sie vor Ort Arbeitsplätze mit flexiblen, familienfreundlichen Bedingungen. Viele Beschäftigte sind auf Teilzeitstellen angewiesen, um Beruf, Pflegeaufgaben und Familie vereinbaren zu können.
Die Branche ist überdurchschnittlich weiblich geprägt: 89,2 Prozent der Beschäftigten bundesweit sind Frauen. Schließungen würden daher vor allem Frauen treffen – mit gravierenden Folgen für ihre Jobs und Existenzgrundlagen.
Die LAV appelliert an die Politik, die finanzielle Stabilität der Apotheken zu stärken, bevor weitere schließen müssen. Ohne höhere Abgabegebühren könnten Stellenstreichungen und eine verschlechterte Gesundheitsversorgung flächendeckend werden. Die wirtschaftlichen und sozialen Folgen träfen vor allem Frauen, die den Großteil der Belegschaft stellen.






