27 June 2026, 14:22

Dieter Nuhrs Femizid-Witz löst Empörung und Debatte über Satire-Grenzen aus

Dieter Nuhrs Misogynie-Witze

Dieter Nuhrs Femizid-Witz löst Empörung und Debatte über Satire-Grenzen aus

Der Komiker Dieter Nuhr hat mit einem umstrittenen Witz über Femizide in seiner jüngsten ARD-Sendung für Empörung gesorgt. Die Äußerung, in der er nahelegte, Frauen sollten ihre Partner vorab prüfen, um nicht getötet zu werden, wurde scharf kritisiert – sie zementiere schädliche Klischees. Öffentlich-rechtliche Sender sehen sich nun mit Fragen zu ihrer Verantwortung konfrontiert, solche Inhalte zu verbreiten.

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In der Show scherzte Nuhr, Parkplätze seien „strukturell zu klein“ für Frauen. Anschließend riet er ihnen, ihren Partner vor dem Sex kennenzulernen, um einem tödlichen Ende zu entgehen. Kritiker werfen dem Witz vor, er sei weder witzig noch subtil und richte sich gegen Opfer statt gegen Täter.

Femizide sind oft das Ergebnis langjähriger Gewalt- und frauenfeindlicher Kontrollmuster. In 87 Prozent der Fälle ist der Mörder der aktuelle oder ehemalige Partner. Trotz dieser Zahlen behauptete Nuhr, es gebe kein systemisches Problem bei der Tötung von Frauen – obwohl in Deutschland jährlich 300 bis 350 Femizide verzeichnet werden.

Der Rundfunksender rbb räumte die Kritik ein, verteidigte die Sendung jedoch als künstlerische und satirische Freiheit. Öffentlich-rechtliche Anstalten stehen generell in der Kritik, Nuhrs Humor eine Bühne zu bieten. Seine Comedy setzt Frauen häufig als Pointe ein; der aktuelle Witz wird nun vorgeworfen, Opferbeschuldigung zu fördern.

Die Debatte zeigt das Spannungsfeld zwischen Meinungsfreiheit und verantwortungsvollem Journalismus. Nuhrs Aussagen haben die Diskussion neu entfacht, welche Rolle Satire bei der Behandlung gesellschaftlicher Themen spielen sollte. Die öffentlich-rechtlichen Sender müssen nun abwägen, wie sie solche Inhalte mit ihrem öffentlichen Auftrag in Einklang bringen.

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