Deutschland blockiert EU-Methanregeln und riskiert Klimaziele für Energiesicherheit
Antoinette HettnerDeutschland blockiert EU-Methanregeln und riskiert Klimaziele für Energiesicherheit
Deutschland hat sich mit anderen EU-Regierungen zusammengeschlossen, die sich gegen die geplanten Methan-Emissionsvorschriften der Union für importiertes Öl und Gas aussprechen. Die Regelungen zielen darauf ab, Methan einzudämmen – den zweitwichtigsten Treiber der globalen Erwärmung nach Kohlendioxid. Berlin warnt jedoch, dass die Maßnahmen ab 2027 die Einfuhren wichtiger Brennstoffe, darunter auch Flugkerosin, gefährden könnten.
Die Europäische Kommission bemüht sich, Klimaziele mit den Risiken für die Energieversorgung in Einklang zu bringen. Die Spannungen haben sich verschärft, da Störungen wie der Konflikt in der Straße von Hormus das europäische Energiesystem unter Druck setzen. Ab 2024 wird die EU die Überwachung und Überprüfung von Methanemissionen verlangen, die mit Brennstofflieferungen in die Union verbunden sind.
Die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche erklärte, die Regelung könnte Gas- und Mineralölimporte in das Land blockieren. Deutschland setzt sich nun für eine Verschiebung der Umsetzung ein und argumentiert, dass die Versorgungssicherheit berücksichtigt werden müsse. Auch von nicht-europäischen Brennstofflieferanten, darunter den USA, gibt es Widerstand, da Bedenken hinsichtlich der Vorbereitung bestehen.
EU-Minister werden in Kürze über einen Vorschlag von zwölf Regierungen debattieren, die Methanregeln um drei Jahre zu verschieben. Die Kommission steht vor der Herausforderung, die Klimaführerschaft zu wahren, ohne die Marktstabilität zu gefährden.
Der Streit verdeutlicht die Schwierigkeit, Umweltziele mit der Energiesicherheit in Einklang zu bringen. Die Haltung Deutschlands verleiht den Forderungen nach einer Verzögerung der Methanvorschriften zusätzliches Gewicht. Eine Entscheidung der EU-Minister könnte den Kurs der Union in der Klimapolitik und bei Brennstoffimporten in den kommenden Jahren prägen.
