Dermbach diskutiert hitzig über Windenergie und Bürgerproteste gegen Windräder im Wald
Birte SchülerDermbach diskutiert hitzig über Windenergie und Bürgerproteste gegen Windräder im Wald
In der Gemeinde Dermbach fand am Montag eine öffentliche Versammlung statt, um über Pläne zur Windenergie zu diskutieren. Rund 100 Teilnehmer, darunter Gemeinderäte und Mitglieder der Bürgerinitiative „Keine Windräder im Wald“, folgten der Einladung in den Rittersaal des Schlosses. Im Mittelpunkt standen das geplante Windvorranggebiet W 14 sowie ein neuer Regionalplan zur Windenergie-Entwicklung.
Der zweite Entwurf des Teilplans des Regionalen Planungsverbands Südwestthüringen sieht 40 neue Windvorranggebiete vor, die insgesamt etwa 7.483 Hektar umfassen. Damit würde zwar das Landesziel für 2027 übertroffen, die Vorgaben für 2032 jedoch noch nicht erreicht. Landrat Dr. Michael Brodführer betonte, dass innerhalb des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön keine Windkraftanlagen errichtet werden sollen.
Während der Fragerunde überwogen kritische Stimmen zur Windenergie. Anwohner äußerten Bedenken hinsichtlich gesundheitlicher Auswirkungen, der Zerstörung des Landschaftsbilds und fehlender detaillierter Bedarfsanalysen für die lokale Energieversorgung. Viele forderten eine direkte Bürgerbeteiligung oder eine Volksabstimmung über die Pläne. Auch die ungelöste Frage der Energiespeicherung wurde thematisiert: Wie lasse sich eine stabile, bedarfsgerechte Versorgung gewährleisten?
Bürgermeister Thomas Hugk mahnte zu einer ausgewogenen Abwägung und verwies auf die Notwendigkeit, sowohl die Vor- als auch die Nachteile der Windenergie in der Region zu berücksichtigen.
Die Diskussion zeigte, wie stark der lokale Widerstand ist – neben technischen und ökologischen Aspekten. Zwar übertreffen die geplanten Gebiete die Zwischenziele, doch für die langfristigen Vorgaben bleiben Lücken. Nun steht die Verwaltung vor der Herausforderung, die öffentlichen Bedenken ernst zu nehmen und gleichzeitig die Energiewende voranzutreiben.






