Bundeswehr erreicht Personalziele – doch Widerstand gegen Wehrpflicht wächst
Silvester SeipBundeswehr erreicht Personalziele – doch Widerstand gegen Wehrpflicht wächst
Die Bundeswehr erreicht derzeit ihre Personalziele, steht jedoch vor Herausforderungen bei der Erfassung der Wehrpflichtigen. Seit Januar 2023 müssen alle jungen Männer, die 2008 oder später geboren wurden, einen militärischen Fragebogen ausfüllen. Bis Anfang Mai hatten etwa 25 Prozent dies noch nicht getan und riskieren damit Bußgelder.
Die Linkspartei veranstaltete kürzlich ein Anti-Wehrpflicht-Festival, das vor allem junge Menschen anzog. Heidi Reichinnek, Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Partei, fragte die Anwesenden, wer sich bewusst für die Teilnahme entschieden habe. Sie rief zum Widerstand gegen die militärische Erfassung auf und erklärte: „Nein zum Dienst, zur Militarisierung und zu Regierungsentscheidungen ohne öffentliche Beteiligung!“
Desiree Becker, Mitglied des Verteidigungsausschusses im Bundestag für die Linkspartei, argumentierte, dass Wehrpflichtige die Schlagkraft der Bundeswehr nicht stärken würden. Sie betonte, dass Wehrpflichtige keine Berufssoldaten seien. Der 24-jährige Teilnehmer Justin Klemm pflichtete ihr bei und meinte, die Mittel sollten stattdessen in soziale Programme fließen.
Daniel Lücking, politischer Berater der Linkspartei und ehemaliger Soldat, war einst in Afghanistan im Einsatz. Dort arbeitete er an Radioprogrammen mit, die die lokale Bevölkerung zur Zusammenarbeit mit den deutschen Streitkräften bewegen sollten. Aktuell berücksichtigt die Bundeswehr aufgrund von Kapazitätsgrenzen nur Freiwillige für bestimmte Positionen.
Die Bundeswehr zählt derzeit knapp 186.000 aktive Soldatinnen und Soldaten und erreicht damit das für 2026 gesetzte Soll der Wehrpflichtregelung. Dennoch stößt die verpflichtende Erfassung weiterhin auf Widerstand. Bei verspäteter Abgabe der Unterlagen drohen denen, die der Pflicht nicht nachkommen, Sanktionen.






