Bundesrat pocht auf Reform der Apothekenfinanzierung mit höheren Festbeträgen
Goran BolnbachBundesrat pocht auf Reform der Apothekenfinanzierung mit höheren Festbeträgen
Der Bundesrat hat seine Forderungen zur Reform der Apothekenfinanzierung bekräftigt und dringt auf höhere Festbeträge sowie strengere Regeln für Filialgründungen. Der Vorstoß folgt auf monatelange Debatten über die finanzielle Belastung der Apotheken, wobei die Länderregierungen den Bund zum Handeln auffordern. Besonders Bayerns Gesundheitsministerin hat sich für Änderungen eingesetzt, um den kämpfenden Sektor zu stützen.
Ende Januar blieb der Bundesrat bei seinen zentralen Vorschlägen für das Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) unnachgiebig. Dazu gehören die Erhöhung der Festbeträge pro Packung für verschreibungspflichtige Medikamente sowie die Streichung der gelockerten Bestimmungen für die Eröffnung von Filialapotheken. Zudem lehnte das Gremium Pläne ab, nach denen Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) Apotheker vertreten dürfen – eine Maßnahme, die Bayern ablehnt.
Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) hat sich in der Diskussion deutlich positioniert. Sie schlug vor, den Festbetrag von 8,35 Euro auf 9,50 Euro pro Rezept zu erhöhen. Gerlach betonte zudem die Dringlichkeit eines schnellen Eingreifens des Bundes und verwies auf die zentrale Rolle der Apotheken in der öffentlichen Gesundheitsvorsorge.
Die Debatte um die Apothekenabgabe hat seit 2022 an Brisanz gewonnen. Steigende Kosten und Inflation setzen die Apotheken finanziell unter Druck und erfordern gesetzgeberische Lösungen. 2023 forderte der Bundesrat bereits eine Senkung des Abgabesatzes von 4,85 % auf 2,5 % des Arzneimittelumsatzes. Derweil sieht der SHI-Finanzierungsgesetz-Entwurf 2024 des Bundestags vor, die Abgabe bis 2026 auszusetzen, um die Branche zu entlasten.
Die Haltung des Bundesrats erhöht den Druck auf die Bundespolitiker, die Apothekenfinanzierung neu zu regeln. Die Länder, allen voran Bayern, pochen weiterhin auf höhere Vergütungen und strengere Betriebsvorgaben. Das Ergebnis wird maßgeblich darüber entscheiden, wie Apotheken die finanziellen Herausforderungen der kommenden Jahre bewältigen.






