Bundesfinanzhof urteilte: Abschiedsfeiern für Babyboomer bleiben unter 110 Euro steuerfrei

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Ein gerahmtes Plakat zum 70-jährigen Jubiläum des Kaiser-Huldigungsfestes in Berlin, Deutschland, das eine Gruppe von Menschen in der Mitte zeigt, umgeben von Text und Zahlen.Silvester Seip

BFH schützt Arbeitnehmer vor Steuern bei Abschiedsfeiern - Bundesfinanzhof urteilte: Abschiedsfeiern für Babyboomer bleiben unter 110 Euro steuerfrei

Bundesfinanzhof entscheidet: Arbeitgeberfinanzierte Abschiedsfeiern für Babyboomer bleiben steuerfrei – wenn die Kosten pro Gast unter 110 Euro bleiben

Der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass Babyboomer keine Steuern auf betriebliche Abschiedsfeiern zahlen müssen, wenn der Arbeitgeber die Kosten übernimmt. Der Richterspruch erfolgte nach einem Streitfall, in dem die Ausgaben für die Verabschiedung eines ehemaligen Sparkassenvorstands zunächst als steuerpflichtig eingestuft worden waren. Das Gericht präzisierte, dass solche Feiern nicht der Besteuerung unterliegen, sofern die Kosten pro Gast unter 110 Euro bleiben.

Im Mittelpunkt des Verfahrens stand ein ehemaliger Vorstand einer Sparkasse, dessen Abschiedsfeier einen fünfstelligen Betrag kostete. Das Finanzamt Niedersachsen hatte ursprünglich entschieden, dass diese Aufwendungen als steuerpflichtiges Einkommen zu werten seien. Doch der Bundesfinanzhof hob diesen Bescheid am 19. November 2025 auf und urteilte, dass von Arbeitgebern finanzierte Abschiedsfeiern kein steuerpflichtiger Vorteil sind – vorausgesetzt, die Kosten pro Teilnehmer überschreiten nicht 110 Euro.

Das Gericht legte zudem fest, unter welchen Bedingungen eine solche Feier als betriebliche Veranstaltung und nicht als private Zusammenkunft gilt. Demnach handelt es sich um eine dienstliche Funktion, wenn der Arbeitgeber die Einladungen ausspricht und die geehrte Person keinen Einfluss auf die Gästeliste hat. Die Regelung gilt für alle Beschäftigten – nicht nur für Führungskräfte.

Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der Deutschland sich auf eine Welle von Renteneintritten vorbereitet. Bis 2039 werden voraussichtlich über 13 Millionen Babyboomer aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Unklar ist jedoch, wie viele Unternehmen seit dem Urteil bereits in Streit geraten sind, weil Abschiedsfeiern mit Kosten von mehr als 110 Euro pro Gast veranstaltet wurden.

Mit dem Beschluss des Bundesfinanzhofs entfällt die Steuerlast für betriebliche Abschiedsfeiern, sofern die Ausgaben pro Gast unter 110 Euro bleiben. Dies betrifft alle Arbeitnehmer – unabhängig von ihrer Position. Angesichts der Millionen Babyboomer, die in den kommenden Jahren in Rente gehen, schafft das Urteil Rechtssicherheit für Beschäftigte und Unternehmen gleichermaßen.

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