Braunschweig will überflüssige Parkplätze in Grünflächen verwandeln – doch nicht überall gibt es genug
Antoinette HettnerBraunschweig will überflüssige Parkplätze in Grünflächen verwandeln – doch nicht überall gibt es genug
Braunschweig kämpft mit ungleicher Verteilung von Parkplätzen
In Braunschweig sind Parkplätze ungleich über die Stadt verteilt: Während einige Stadtteile unter einem Mangel leiden, gibt es in anderen – wie im Emsviertel – seit Langem ein Überangebot. Nun plant die Stadt, überschüssige Parkflächen in Grünanlagen umzuwandeln und Bundesfördergelder für die Aufwertung des Gebiets zu beantragen.
Das Emsviertel hat jahrelang mit ungenutzten Parkplätzen zu kämpfen. Die mehrstöckige Parkanlage Parkpalette steht größtenteils leer, nur die untere Ebene wird noch genutzt. In der Nähe bleibt eine ganze Tiefgarage ungenutzt, obwohl es in der Vergangenheit Versuche gab, das Viertel zu beleben. Ein 200-seitiger Entwicklungsbericht verweist darauf, dass es seit 2007 ein Überangebot an Straßenparkplätzen entlang der Emsstraße gibt.
Die Stadtverwaltung schlägt vor, überflüssige Parkflächen zu entfernen und durch Bäume, Grünflächen und Erholungsbereiche für Anwohner zu ersetzen. Die Verantwortlichen argumentieren, dass das Emsviertel unter städtebaulichen Mängeln und sozialen Herausforderungen leide und dringend Handlungsbedarf bestehe. Um die Umgestaltung zu finanzieren, will sich Braunschweig am Bundesprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ beteiligen und rund 7,94 Millionen Euro aus eigenen Mitteln beisteuern.
Der Stadtrat muss den Plan in seiner Sitzung am kommenden Dienstag billigen, um die Bewerbungsfrist bis zum 1. Juni einzuhalten. Bei Erfolg würde das Projekt Teile des Viertels neu gestalten und langjährige Probleme wie mangelnde Instandhaltung und geringe Nutzung bestehender Einrichtungen angehen.
Gleichzeitig kämpfen andere Stadtteile wie das Östliche Ringgebiet mit dem gegenteiligen Problem: Hier ist es oft schwierig, einen Parkplatz zu finden. Auch in Teilen der Innenstadt sind kostenpflichtige Parkplätze knapp – ein weiteres Beispiel für die ungleiche Verteilung in der Stadt.
Der Vorschlag zielt darauf ab, sowohl das Überangebot als auch den Mangel an Parkplätzen anzugehen, indem ungenutzte Flächen in Gemeinschaftsräume umgewandelt werden. Bei einer Zustimmung würde der Plan einen Wandel in der Stadtentwicklung Braunschweigs einläuten. Die Eigenbeteiligung von 7,94 Millionen Euro soll die umfassenden Bemühungen unterstützen, die Infrastruktur und das soziale Umfeld im Emsviertel zu verbessern.






