20 March 2026, 20:57

Bildungsreform in Niedersachsen: Experten fordern weniger Bürokratie und mehr digitale Kompetenzen

Ein altes Buch mit einer Zeichnung eines roten Hauses, umgeben von Bäumen und einem Zaun, betitelt mit 'Deutsche Schule in den Niederlanden, 1777'.

Bildungsreform in Niedersachsen: Experten fordern weniger Bürokratie und mehr digitale Kompetenzen

Bildungsreform in Niedersachsen gerät bei Fachveranstaltung in scharfe Kritik

Bei einer kürzlichen Expertenrunde ist die Bildungsreform in Niedersachsen massiv in die Kritik geraten. Wissenschafts- und Kulturminister Falko Lechner bezeichnete die aktuelle Lage als "Reformchaos" und forderte weniger Bürokratie. Die Veranstaltung war Teil der laufenden Diskussionen zum "Niedersächsischen Plan", an der prominente Teilnehmer wie die Digitalbotschafterin Silke Müller und Leibniz-Institutsdirektor Olaf Köller teilnahmen.

Im Mittelpunkt standen erhebliche Bedenken zur Ausrichtung der Bildungspolitik. Lechner plädierte für mehr Vertrauen in lokale Akteure und forderte verlässliche Rahmenbedingungen sowie größere Autonomie für Schulen. Zudem setzte er sich für eine stärkere Betonung von Leistung und Qualität im Unterricht ein.

Ein weiteres zentrales Thema war die nachhaltige Finanzierung der Hochschulen – insbesondere im Zusammenhang mit der digitalen Bildung. Lechner betonte, dass die bloße Bereitstellung von Technik nicht ausreiche: Schulen und Hochschulen bräuchten eine klare Strategie zur Entwicklung digitaler Kompetenzen. Konkrete Fortschritte bei der Umsetzung des Niedersächsischen Plans aus dem Jahr 2020 blieben jedoch offen. Unbeantwortet blieben damit Fragen zu Infrastrukturausbau, Lehrerfortbildungen und der Einführung digitaler Werkzeuge.

Die Ergebnisse der Diskussionen fließen nun in das Bildungskapitel des überarbeiteten "Niedersächsischen Plans" ein. Die aktualisierte Fassung soll im Oktober verabschiedet werden.

Deutlich wurde bei der Veranstaltung: Die Bildungsreform in Niedersachsen bleibt ein unvollendetes Projekt. Die Verantwortlichen drängen auf weniger Behördengänge, mehr lokale Gestaltungsfreiheit und eine stärkere Ausrichtung auf digitale Fähigkeiten. Die nächsten Schritte hängen davon ab, wie der überarbeitete "Niedersächsische Plan" diese Anliegen aufgreift, wenn er offiziell in Kraft tritt.

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