Bielefelds neues Jugendjustizzentrum setzt auf Prävention statt Strafe
Goran BolnbachBielefelds neues Jugendjustizzentrum setzt auf Prävention statt Strafe
Neues Jugendjustizzentrum in Bielefeld eröffnet – gezieltere Bekämpfung von Jugendkriminalität
In Bielefeld hat ein neues Jugendjustizzentrum seine Türen geöffnet, um Jugendkriminalität wirksamer zu begegnen. Die Einrichtung, die in der Nähe des Hauptbahnhofs liegt, vereint Staatsanwaltschaft, Polizei und Jugendhilfe unter einem Dach. Ziel ist es, junge Straftäter frühzeitig mit den Gesetzen und den Konsequenzen ihres Handelns vertraut zu machen.
Das Bielefelder Zentrum ist bereits das achte seiner Art in Nordrhein-Westfalen; ein weiteres ist in Duisburg geplant. Den Anfang machte 2009 Köln, gefolgt von Paderborn im Jahr 2012. Landesweit unterstützen diese Zentren nach Angaben des Justizministeriums für das Jahr 2024/2025 jährlich zwischen 1.200 und 1.500 junge Menschen. Allein in Paderborn erhalten etwa 50 Jugendliche jährlich Hilfe.
Die Teilnehmer des Programms werden individuell ausgewählt und erhalten eine intensivere Betreuung als bisher. Dazu gehören maßgeschneiderte Förderangebote und feste Ansprechpartner. Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendamt arbeiten eng zusammen – ein Ansatz, der sich bereits bei der Reduzierung von Jugendkriminalität bewährt hat.
Obwohl es keine genauen Daten dazu gibt, wie viele Straftaten verhindert oder wie viele junge Menschen zurück auf den richtigen Weg gebracht wurden, setzt die Initiative auf schnelle Intervention. Im Mittelpunkt steht, dass junge Täter rechtliche Grenzen erkennen, bevor sich problematisches Verhalten verfestigt.
Das neue Zentrum stärkt das Netzwerk der Jugendjustizeinrichtungen in Nordrhein-Westfalen. Durch die Verknüpfung von rechtlicher Aufsicht und sozialer Unterstützung sollen die Ursachen von Jugendkriminalität bekämpft werden. Die Behörden werden die Wirkung der Maßnahme im Rahmen der laufenden Bemühungen zur Verbesserung der Jugendkriminalprävention evaluieren.






