Berlins Kult-Fischbude schließt nach 30 Jahren wegen Bahn-Kündigung
Birte SchülerBerlins Kult-Fischbude schließt nach 30 Jahren wegen Bahn-Kündigung
Ergüns Fischbude: Berlins legendäres Fischrestaurant schließt nach 30 Jahren
Die beliebte Fischkneipe Ergüns Fischbude in Berlin wird nach drei Jahrzehnten ihre Türen für immer schließen. Der Grund: Die Deutsche Bahn hat sich geweigert, den Mietvertrag zu verlängern. Stammgäste und lokale Wirtschaftsvertreter fürchten nun den Verlust eines historischen Stücks Berliner Stadtgeschichte.
Der Geschäftsführer vermutet, dass Bedenken hinsichtlich des Brandschutzes eine Rolle bei der Kündigung des Mietverhältnisses gespielt haben könnten. Unterdessen ist eine Spendenaktion gestartet worden, um im Falle einer Schließung des aktuellen Standorts einen neuen zu finden.
Gegründet wurde das Restaurant von Ergün Amca, einem ehemaligen Gastarbeiter, der aus einem kleinen Betrieb eine fest etablierte Institution im Kiez machte. Aktuell hat die Fischbude von Dienstag bis Samstag zwischen 16 und 21 Uhr geöffnet, sonntags und montags bis 22 Uhr. Ein konkretes Schließungsdatum steht jedoch noch nicht fest.
Die Deutsche Bahn setzt über ihre Tochter DB InfraGO häufig auf moderne Infrastruktur statt auf den Erhalt historischer Bausubstanz. Zu den jüngsten Projekten zählen der Ersatz 130 Jahre alter Eisenbahnbrücken in Oberhausen-Osterfeld durch Stahlkonstruktionen bis 2027 sowie die Wiederinbetriebnahme der Berliner S-Bahn-Linie Siemensbahn nach 40 Jahren Stillstand. Bisher gibt es jedoch keine bekannten Fälle, in denen das Unternehmen sich für den Schutz kulturell bedeutender Gewerbemieter wie Ergüns Fischbude eingesetzt hätte.
Auch an anderer Stelle kommt es zu Debatten über Denkmalschutz – etwa bei den U-Bahn-Brückenersatzbauten der BVG am Gleisdreieck, wo Denkmalschützer auf die Bewahrung originaler Designelemente pochten. Für kleine Betriebe wie das Restaurant steht jedoch weniger die bauliche Substanz als vielmehr das schiere Überleben im Vordergrund.
Der Geschäftsführer schließt einen Umzug nicht aus, würde den Standort aber am liebsten behalten. Die Spendenkampagne soll im Falle einer endgültigen Schließung einen Neuanfang an anderer Stelle in Berlin ermöglichen.
Die Schließung von Ergüns Fischbude bedeutet für viele Berliner das Ende einer Ära. Die Spendenaktion zielt darauf ab, nicht nur das Restaurant, sondern auch ein Stück lebendige Stadtkultur zu bewahren.
Ohne eine Vertragsverlängerung hängt die Zukunft des Lokals nun von der Unterstützung der Gemeinschaft und der Suche nach einem passenden neuen Domizil ab.






