Berliner Lehrer verlässt Job nach jahrelangem Mobbing wegen sexueller Orientierung
Antoinette HettnerBerliner Lehrer verlässt Job nach jahrelangem Mobbing wegen sexueller Orientierung
Ein Berliner Grundschullehrer hat seinen Job aufgegeben, nachdem er monatelang Schikanen und falsche Anschuldigungen erdulden musste. Oziel Inácio-Stech, der wegen seiner sexuellen Orientierung gemobbt wurde, sah sich zudem Angriffe einer Kollegin an der Carl-Bolle-Grundschule ausgesetzt. Der Fall hat nun eine Entschuldigung der Bildungssenatorin der Stadt zur Folge.
Die Schikane begann damit, dass Schüler Inácio-Stech wiederholt wegen seiner Sexualität beleidigten und drangsalierten. Mit der Zeit setzte ihm das schwer zu, führte zu Panikattacken und zwang ihn schließlich, krankgeschrieben zu werden.
Später schloss sich eine Kollegin den Angriffen an und erhob falsche Vorwürfe gegen ihn. Obwohl die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen einstellte, wurden interne schulische Verfahren fortgeführt. Es fanden sich niemals Beweise für berufliches Fehlverhalten oder Pflichtverstöße.
Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch bezeichnete die Situation zunächst als "komplexe Angelegenheit" mit gegenseitigen Mobbingvorwürfen. Mittlerweile hat sie sich jedoch bei Inácio-Stech entschuldigt und eingeräumt, dass der Konflikt nicht gerecht gelöst wurde. Die Senatorin gab zu, dass die Schule die Vorwürfe fehlerhaft behandelt habe, und zeigte Verständnis für das Leid, das er erlitten hat.
Der Streit an der Carl-Bolle-Grundschule blieb ungelöst, sodass Inácio-Stech ohne eine für ihn günstige Klärung zurückblieb. Da keine disziplinarischen Maßnahmen gerechtfertigt waren, zeigt der Fall die langfristigen Folgen von Mobbing am Arbeitsplatz auf. Die Entschuldigung der Senatorin erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem sich der Lehrer von der Schule abwendet.






