Berliner Bündnis kämpft für radikale Reformen im maroden Schulsystem
Antoinette HettnerBerliner Bündnis kämpft für radikale Reformen im maroden Schulsystem
Bündnis für Bildungsgerechtigkeit in Berlin fordert grundlegende Reformen des Schulsystems
Ein Bündnis aus Bildungsexpert:innen und Aktivist:innen in Berlin verlangt tiefgreifende Veränderungen im Schulsystem der Hauptstadt. Am Donnerstag wird Jennifer Rosin, die Landesschülervertreterin, im Namen der Initiative „Gute Schulen für alle“ zentrale Forderungen vorstellen. Die Gruppe kritisiert, dass die aktuelle Bildungspolitik strukturelle Probleme wie Ausgrenzung, psychische Belastungen und ungleiche Bildungschancen von Schüler:innen ignoriert.
Das Bündnis setzt sich für mehr Demokratie, umfassende Inklusion und gerechteren Zugang zu Bildung ein. Seine Forderungen werden durch einen detaillierten Maßnahmenkatalog untermauert, der auf die Verringerung sozialer Ungleichheit und die Verbesserung des Wohlbefindens von Schüler:innen abzielt. Janine Schott von der „Berliner Allianz für Schulinklusion“ wies auf ein drängendes Problem hin: Rund 2.800 Kinder in der Stadt haben nach wie vor keinen Zugang zu schulischer Bildung. Sie warf dem Senat vor, Segregation voranzutreiben, statt das gesetzlich verankerte Recht auf inklusive Bildung umzusetzen.
Jennifer Rosin bezeichnete die aktuelle Situation als untragbar und verwies auf die weit verbreiteten psychischen Probleme, Krankheitsfälle und Vereinsamung unter Schüler:innen. Sie betont, dass hochwertige Bildung einen grundlegenden Wandel der Denkweise erfordert – und nicht allein durch zusätzliche Finanzmittel zu erreichen ist. Auch der Landesschülerausschuss (LSA) unterstrich die Notwendigkeit besserer Mitbestimmungsmöglichkeiten und Unterstützungssysteme für Schüler:innen.
Lydia Puschnerus, Leiterin des Schulressorts bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Berlin, warnte davor, dass eine übermäßige Fixierung auf Leistungsüberprüfungen die eigentliche Bildungsqualität untergräbt. Die Vorschläge des Bündnisses zielen darauf ab, diese Missstände durch systemische Reformen zu beheben – statt mit kurzfristigen Lösungen zu arbeiten.
Die Forderungen der Initiative konzentrieren sich auf konkrete Schritte, um Schulen inklusiver, demokratischer und gerechter zu gestalten. Die Maßnahmen sollen langjährige Lücken in der Schülerförderung und -beteiligung schließen. Würden die Pläne umgesetzt, könnten sie das Berliner Bildungssystem in den Bereichen psychische Gesundheit, Zugangsgerechtigkeit und Chancengleichheit grundlegend verändern.






