BAföG-Reform verschoben: KI-Chatbot soll Antragsprozess für Studierende vereinfachen
Antoinette HettnerBAföG-Reform verschoben: KI-Chatbot soll Antragsprozess für Studierende vereinfachen
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär hat eine Neuausrichtung der Schwerpunkte bei der Hochschulförderung angekündigt. Die geplante Reform des BAföG-Studentenförderprogramms, die ursprünglich für 2026 vorgesehen war, wird voraussichtlich nicht zügig umgesetzt. Stattdessen konzentriert sich die Regierung auf Verbesserungen bei befristeten Arbeitsverträgen in der Wissenschaft und führt einen KI-Chatbot ein, der die BAföG-Anträge vereinfachen soll.
Die BAföG-Reform, die im Wintersemester 2026/27 in Kraft treten sollte, wurde verschoben. Bär räumte ein, dass Haushaltskürzungen in den Ministerien schnelle Änderungen erschweren. Gleichzeitig relativierte sie die Dringlichkeit: Studierende, die neben ihrem Studium jobben, seien kein Problem – ein eigener Beitrag zur Finanzierung des Studiums sei durchaus zumutbar.
Bär bezeichnete das deutsche Hochschulsystem als bereits „hochprivilegiert“: Es gebe keine Studiengebühren, und die Universitäten würden staatlich finanziert. Im Vergleich zu anderen Ländern profitierten Studierende hierzulande von erheblicher Unterstützung.
Unterdessen soll demnächst ein neuer KI-gestützter Chatbot auf dem Portal bafoeg-digital eingeführt werden. Das voraussichtlich noch in diesem Jahr startende Tool wird Nutzer:innen bei der Prüfung der Anspruchsberechtigung unterstützen und durch den Antragsprozess führen. Zudem wird es an den bestehenden BAföG-Rechner angebunden und bietet anonymisierte, unverbindliche Schätzungen zur möglichen Förderung.
Eine andere Reform hingegen kommt voran: Das Wissenschaftszeitvertragsgesetz, das befristete Arbeitsverträge in der Wissenschaft regelt, wird überarbeitet, um die Jobperspektiven für Forscher:innen auf Zeitverträgen zu verbessern. Der Gesetzentwurf befindet sich bereits in Abstimmung mit den Bundesländern und relevanten Akteur:innen.
Die Verzögerung der BAföG-Reform bedeutet, dass Studierende vorerst im aktuellen System bleiben. Der KI-Chatbot soll die Antragstellung erleichtern, während die Änderungen bei den Wissenschaftsverträgen mehr Planungssicherheit für Forscher:innen bringen könnten. Bärs Aussagen deuten darauf hin, dass die Regierung versucht, Studierendenförderung und Haushaltsdisziplin in Einklang zu bringen.






