29 June 2026, 18:59

Bachmann-Preis 2024: Scharfe Kritik, emotionale Texte und überraschende Sieger:innen

Frontal gegen alles

Bachmann-Preis 2024: Scharfe Kritik, emotionale Texte und überraschende Sieger:innen

Der Bachmann-Preis fand im Juni unter glühender Sommersonne statt. Die Veranstaltung, die oft mit einem Tribunal verglichen wird, sah sieben Jurorinnen, die die Werke der konkurrierenden Autor:innen analysierten. Der diesjährige Wettbewerb brachte scharfe Kritik, emotionale Texte und bemerkenswerte Preisträger:innen hervor.

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Slata Roschal setzte mit ihrer Lesung ein kühnes Statement. Sie kündigte an, die Bühne unmittelbar nach ihrem Auftritt zu verlassen. Ihre Kritik richtete sich gegen das Literaturestablishment – sie prangerte schlecht bezahlte Stipendien und minimale Einnahmen für Schriftsteller:innen an.

Ingeborg Bachmanns Hörspiel Der gute Gott von Manhattan gab dem Event einen ungewöhnlichen Ton vor. Darin sitzt Gott der Allmächtige auf der Anklagebank, während seine Schuld unentschieden bleibt.

Der mit 30.000 Euro dotierte Hauptpreis sowie der Publikumspreis gingen an Schaette. Die ehemalige psychiatrische Pflegekraft gewann mit ihrem Text Was wir tragen, der zwei übergewichtige Schulmädchen und die lebenslange Gewalt, der sie ausgesetzt sind, begleitet. Ozan Zakariya Keskinkılıç erhielt den Deutschlandfunk-Preis für Vater ohne Sohn.Kinga Tóth wurde mit dem KELAG-Preis für ihre Darstellung eines „Ostblock-Mädchens“ und dessen tägliche Demütigungen ausgezeichnet.Magdalena Schrefel gewann den kleinsten 3sat-Preis für Kirschen, Herz in der Schlinge, eine Reflexion über ihre Brustkrebsdiagnose.

Der Bachmann-Preis zeigte einmal mehr kraftvolles Storytelling und mutige Kritik. Die Preisträger:innen erhielten Anerkennung und finanzielle Unterstützung für ihr Werk. Die Veranstaltung machte sowohl die Kämpfe als auch die Triumphe zeitgenössischer Autor:innen sichtbar.

Quelle