Atomfonds-Chefin fordert radikale Rentenreform mit Aktienpflicht für alle
Antoinette HettnerAtomfonds-Chefin fordert radikale Rentenreform mit Aktienpflicht für alle
Anja Mikus, die Chefin des deutschen staatlichen Atomfonds Kenfo, fordert eine grundlegende Wende in der Rentenreform. Sie setzt sich für mehr Investitionen in Aktien und ein verpflichtendes aktienbasiertes Rentensystem für alle Versicherten ein. Ihre Vorschläge zielen darauf ab, die finanzielle Absicherung künftiger Rentnergenerationen zu stärken.
Mikus leitet Kenfo seit 2017. Die Organisation verwaltet rund 26,5 Milliarden Euro, die bis zum Jahr 2100 die Lagerung radioaktiver Abfälle aus den stillgelegten deutschen Atomkraftwerken finanzieren. Ihre Erfahrung in der langfristigen Finanzplanung prägt ihre Sicht auf die Rentenreform.
Als erfolgreiches Vorbild für kapitalgedeckte Rentensysteme nannte sie den schwedischen Staatsfonds AP7. Mikus betonte, dass das Vertrauen der Bevölkerung in das schwedische System gewachsen sei, da die Menschen dessen Vorteile erkennen würden. Selbst kleine Beiträge könnten ihrer Meinung nach über die Zeit hinweg bedeutende Altersvorsorge aufbauen.
Ein zentraler Punkt ihres Reformkonzepts ist die verpflichtende aktienbasierte Rente für alle versicherten Arbeitnehmer. Mikus ist überzeugt, dass dies die Chancen der Kapitalmärkte einer breiteren Bevölkerung zugänglich machen würde. Ihr Plan umfasst zudem Maßnahmen, um Stabilität und schrittweises Wachstum der Rentenkassen zu gewährleisten.
Der Reformvorstoß kommt zu einer Zeit, in der Deutschland vor langfristigen Herausforderungen bei der Nachhaltigkeit der Renten steht. Mikus’ Vorschläge konzentrieren sich auf Aktieninvestitionen und eine Pflichtbeteiligung, um die Alterssicherung zukunftsfest zu machen. Sollten die Pläne umgesetzt werden, könnten sie die Art und Weise, wie Millionen Deutsche für das Alter vorsorgen, grundlegend verändern.






