Arla übernimmt DMK: Europas größte Molkereigenossenschaft entsteht ohne Auflagen
Silvester SeipArla übernimmt DMK: Europas größte Molkereigenossenschaft entsteht ohne Auflagen
Die Europäische Kommission hat die Übernahme von DMK durch Arla ohne Auflagen genehmigt. Die Entscheidung ebnet den Weg für die größte Molkereigenossenschaft Europas. Die Wettbewerbsbehörden bestätigten, dass sie keine kartellrechtlichen Bedenken gegen den Deal festgestellt hätten.
Arla und DMK konkurrieren derzeit um Milchlieferungen von Landwirten in Norddeutschland. Nach dem Zusammenschluss entfällt dieser Wettbewerb, was den Erzeugern in der Region weniger Alternativen lässt. Die Kommission betonte jedoch, dass der Einzelhandel weiterhin über ausreichend Lieferanten für Handelsmarken-Milchprodukte verfügen werde.
Durch die Fusion sollen sich die Absatzchancen für verarbeitete Milchprodukte verbessern. Arlas etablierte Exportnetzwerke in schnell wachsenden Märkten werden die Verteilung ausweiten. Landwirte, die Arla beliefern, erhalten bereits jetzt einen einheitlichen Preis auf allen Märkten – ohne Druck, die Sätze zu senken.
Die Reaktionen auf den Deal fallen gemischt aus. Der Deutsche Bauernverband bezeichnete ihn als „grundsätzlich positiv“ für die Milcherzeuger. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter kritisierte hingegen das fehlende alternative Verarbeitungsvolumen für die Landwirte. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft ging noch weiter und äußerte „Empörung“ über die Entscheidung der Kommission. Die Behörde werde den Interessen der Landwirte nicht gerecht, so der Vorwurf.
Die Fusion wird nun wie geplant vollzogen und schafft damit die größte Molkereigenossenschaft Europas. Während die Lieferoptionen für Landwirte in Norddeutschland schrumpfen, wird Arlas Exportreichweite weiter wachsen. Mit der Genehmigung der Kommission sind keine weiteren regulatorischen Hürden mehr zu erwarten.






