Albaniens umstrittenes Milliardenresort bedroht Europas letzten Wildfluss-Nationalpark
Antoinette HettnerAlbaniens umstrittenes Milliardenresort bedroht Europas letzten Wildfluss-Nationalpark
Albanien, ein kleines Balkanland an der Adria, hat einem mit Jared Kushner verbundenen Unternehmen den Status eines „strategischen Investors“ verliehen, um ein Milliardenprojekt für ein Luxusresort umzusetzen. Das Vorhaben ist im Vjosa-Narta-Delta geplant – Europas erstem Nationalpark für Wildflüsse – und löst Proteste bei Anwohnern aus, die um die Umwelt fürchten.
Das Vjosa-Narta-Delta ist ein geschütztes Gebiet und Heimat seltener Tierarten wie Flamingos, Pelikane und Schildkrötenbrutstätten. Dennoch hat die Regierung von Ministerpräsident Edi Rama den Bau ohne die sonst üblichen Umweltprüfungen genehmigt.
In ganz Albanien kommt es zu Demonstrationen, bei denen Aktivisten mit pinkfarbenen Flamingo-Ausschnitten gegen das Projekt protestieren. Rama steht zudem in der Kritik, weil er sich politisch stärker an die USA und Israel anlehnt als an die EU – obwohl Albanien um einen Beitritt zum Block wirbt.
Die EU hat wiederholt auf Korruption und schwache Rechtsstaatlichkeit in Albanien hingewiesen und warnt, dass diese Probleme die Beitrittsverhandlungen belasten könnten. Zudem beherbergt das Land seit Jahren Tausende Mitglieder der Muǧahidin-e Chalq (MEK), einer iranischen Oppositionsgruppe, die aus dem Irak umgesiedelt wurde. Rama unterstützt die MEK öffentlich und wirft dem Iran vor, die Proteste im Land zu schüren.
Trotz Umweltbedenken und politischer Kontroversen wird das Resort-Projekt vorangetrieben. Die EU-Mahnungen zu Korruption und Rechtsstaatlichkeit bleiben indes ungelöst. Albanien laviert weiterhin zwischen seiner proamerikanischen Haltung und dem Wunsch nach EU-Mitgliedschaft.






