Agroforstwirtschaft könnte Niedersachsens Äcker retten – doch es gibt Hürden
Agroforstwirtschaft könnte Niedersachsens Äcker retten – doch es gibt Hürden
Neue Studie zeigt: Fast ganz Niedersachsens Ackerland eignet sich für Agroforstwirtschaft – eine Methode, die Bäume mit Ackerbau oder Viehzucht verbindet
Eine aktuelle Untersuchung belegt, dass nahezu das gesamte Ackerland in Niedersachsen für Agroforstwirtschaft geeignet wäre – ein Anbauverfahren, das Bäume und Sträucher mit Nutzpflanzen oder Tierhaltung kombiniert. Dieser Ansatz könnte zentrale Umweltprobleme lösen, von Bodenerosion bis hin zur Nitratbelastung. Die Forscher fanden zudem heraus, dass fast ein Drittel der Flächen in der Region von diesem Wandel mehrfach profitieren würde.
Intensive Landwirtschaft belastet Niedersachsen zunehmend Durch den Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden sind Gewässer mit Nitrat und Chemikalien belastet, während Artensterben und Bodenverlust die langfristige Produktivität gefährden. Im Norden verschärfen sandige Böden und Küstenwinde die Winderosion, während im Süden Wassererosion die Felder bedroht.
Agroforstwirtschaft als vielversprechende Lösung Durch das Anpflanzen von Baum- und Strauchreihen zwischen Ackerkulturen ließen sich Nitratbelastungen in Böden, Grundwasser und Flüssen deutlich reduzieren. Gleichzeitig bindet die Methode CO₂ und schafft Lebensräume für Tiere – von Laufkäfern bis zu Vögeln. Damit würde die biologische Vielfalt in einer Region gestärkt, die bereits über Wälder, Moore und Nationalparks wie den Harz oder das Wattenmeer verfügt.
Doch Hindernisse bleiben Ein Großteil des Ackerlands in Niedersachsen wird gepachtet, was langfristige Investitionen für die Bewirtschafter riskant macht. Zudem sind viele Flächen unter Schutz gestellt, sodass Änderungen nur nach sorgfältiger Prüfung umgesetzt werden dürfen.
Die Studie unterstreicht das Potenzial der Agroforstwirtschaft, um die Klimaresilienz zu stärken, Böden zu schützen und Ökosysteme in Niedersachsen wiederherzustellen. Zwar gibt es noch Hürden bei der Umsetzung, doch die Ergebnisse zeigen einen praktikablen Weg auf, wie Landwirtschaft und Umweltschutz in Einklang gebracht werden können. Der nächste Schritt hängt davon ab, wie Grundbesitzer und Politiker die Herausforderungen bei Pachtverträgen und Schutzgebieten angehen.
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