AfD wirft Abgeordnete Uhr wegen Vetternwirtschaft aus Fraktion – Rücktrittsfrist läuft
Silvester SeipAfD in Niedersachsen im Bundestag will sich von MP trennen - AfD wirft Abgeordnete Uhr wegen Vetternwirtschaft aus Fraktion – Rücktrittsfrist läuft
Die niedersächsische AfD hat die Abgeordnete Martina Uhr aus ihrer Landtagsfraktion ausgeschlossen. Der Schritt folgt Vorwürfen der Vetternwirtschaft, nachdem sie ihren Lebenspartner und dessen Tochter in ihrem Bundestagsbüro beschäftigt hatte. Die Parteiführung forderte sie nun auf, innerhalb von 24 Stunden zurückzutreten – andernfalls drohen weitere Konsequenzen.
Uhr, seit 2021 Bundestagsabgeordnete und Mitglied im Umweltausschuss, zog über die Landesliste Niedersachsen in den Bundestag ein. Der AfD-Landesverband warf ihr Fehlverhalten vor, nachdem bekannt wurde, dass sie zwei enge Angehörige in ihrem Stab beschäftigt hatte.
Die AfD steht in diesem Jahr insgesamt wegen Vorwürfen der Vetternwirtschaft in der Kritik. Anfang 2026 hatte Parteichefin Alice Weidel die Anschuldigungen noch als "grundlos und übertrieben" zurückgewiesen. Doch der Druck wuchs, als andere Parteien Bundestagsdebatten und strengere Einstellungsregeln forderten. Ähnliche Fälle gab es in Sachsen-Anhalt, wo Familienmitglieder mehrere Ämter in AfD-Büros innehatten, sowie in Niedersachsen, wo Abgeordnete angeblich Mitarbeiter unter Druck setzten, um Gefolgsleute einzustellen.
Falls Uhr die Frist verstreichen lässt, ohne zurückzutreten, will der niedersächsische Landesverband ihren Ausschluss aus der gesamten Bundestagsfraktion betreiben. Ob auch andere Landesverbände ähnlichen Prüfungen unterzogen werden, ließ die Partei bisher offen.
Der Ausschluss markiert einen seltenen öffentlichen Bruch innerhalb der niedersächsischen AfD. Uhrs Fall reiht sich in eine Serie von Vetternwirtschafts-Skandalen ein, die die Partei bundesweit unter Druck setzen. Ihre politische Zukunft im Bundestag hängt nun davon ab, ob sie der Rücktrittsforderung nachkommt oder eine Abstimmung über ihren Verbleib erzwingt.






