93 Jahre nach dem "Tag von Potsdam": Wie ein Händedruck Deutschland veränderte
Birte SchülerIn der Garnisonkirche: Gedenkfeier zum 'Tag von Potsdam' - 93 Jahre nach dem "Tag von Potsdam": Wie ein Händedruck Deutschland veränderte
Vor 93 Jahren veränderte ein Händedruck zwischen Adolf Hitler und Reichspräsident Paul von Hindenburg Deutschland für immer. Der "Tag von Potsdam" am 21. März 1933 wurde zum Wendepunkt, der den Übergang von der Weimarer Republik in die nationalsozialistische Diktatur markierte. Diese Woche gedachten Teilnehmer einer Gedenkveranstaltung in der Potsdamer Garnisonkirche jenes Schicksalstags.
Der "Tag von Potsdam" gilt heute weithin als Geburtsstunde des Dritten Reichs. Die inszenierte Zeremonie von 1933 in der Garnisonkirche, bei der Hitler und Hindenburg sich die Hände reichten, wurde später als NS-Propaganda instrumentalisiert. Dieses Bild hat sich tief ins kollektive Gedächtnis Deutschlands eingebrannt.
Die Garnisonkirche selbst wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Ihre Ruinen ließ DDR-Staatschef Walter Ulbricht 1968 abreißen, während der erhaltene Turm später zur Heilig-Kreuz-Kapelle umgewidmet wurde. Ab 2004 begann unter der Initiative "Ruf aus Potsdam", angeführt vom evangelischen Kirchenführer Wolfgang Huber, der Wiederaufbau – ein Projekt, das bis heute kontrovers diskutiert wird. Kritik gibt es vor allem wegen der Verbindung der Kirche zum preußischen Militarismus und ihrer Rolle bei den Ereignissen von 1933.
Die Arbeiten an der Kirche gehen indes weiter. Nach Ostern 2026 soll mit der Montage der Turmkuppel begonnen werden, was die Fertigstellung des Bauwerks ein großes Stück näherbringt.
Die Gedenkveranstaltung dieser Woche unterstrich die anhaltende Bedeutung des 21. März 1933. Die Garnisonkirche, einst Symbol nationalsozialistischer Propaganda, entsteht nun inmitten historischer Reflexion neu. Ihr Wiederaufbau bleibt ein Diskussionspunkt – eng verknüpft mit Deutschlands komplexer Vergangenheit.






