1,9 Millionen Euro aus Kemptener Parkuhren veruntreut: Prozess gegen Ehepaar beginnt
Antoinette Hettner1,9 Millionen Euro aus Kemptener Parkuhren veruntreut: Prozess gegen Ehepaar beginnt
In Kempten hat ein Prozess gegen einen 40-jährigen städtischen Mitarbeiter und seine 38-jährige Ehefrau begonnen. Dem Paar wird vorgeworfen, fast 1,9 Millionen Euro aus kommunalen Parkuhren veruntreut zu haben. Beide befinden sich seit ihrer Festnahme im vergangenen Jahr in Untersuchungshaft.
Das System der Bereicherung begann bereits vor über einem Jahrzehnt: Der Mann entleerte systematisch die Parkuhren. Rund 18 Monate lang – von Anfang 2024 bis November 2025 – nutzte er die Lücken im System aus, ohne entdeckt zu werden. Seine Frau wusch anschließend die gestohlenen Gelder, indem sie Bargeld auf Bankkonten einzahlte oder in Geschenkgutscheine umwandelte.
Erst als eine Bank im November 2025 verdächtige Transaktionen meldete, flog der Betrug auf. Die Behörden handelten umgehend und nahmen beide Beschuldigte kurz darauf fest. Nach der Verhaftung ließ die Stadt Kempten alle Schlösser der Parkuhren austauschen und übertrug die Wartungsarbeiten an ein externes Unternehmen.
Die Staatsanwaltschaft fordert nun die vollständige Einziehung des erbeuteten Geldes. Der Prozess läuft noch; in den kommenden Wochen sind weitere Verhandlungstermine angesetzt.
Der Fall hat bereits Konsequenzen für das Parkraummanagement in Kempten: Neue Schlösser und die Auslagerung der Wartung sollen künftig ähnliche Betrugsfälle verhindern. Gleichzeitig muss das Gericht entscheiden, ob das Paar die gesamten 1,9 Millionen Euro, die es illegal erwirtschaftet hat, zurückerstatten muss.






